Kreisstraße gesperrt: Baustelle mit Tücken

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Nachrodt-Wiblingwerde – Die Komplett-Sanierung der K24 läuft gearde, die Straße ist gesperrt. Vor allem den Fahrern der Baufahrzeuge verlangt sie viel ab.

Rückwärts fährt der Lkw-Fahrer die K24 hinunter. Mit Schwung. Links aus seiner Sicht der Abhang. Drehen ist unmöglich. Aufgrund der Enge befindet sich ein Lager für die Bauarbeiten an den Windrädern in Veserde. Gebaut wird aber gerade am Teilstück kurz vor Hohenlimburger Stadtgebiet. Also muss der Laster rauf und runter. Zentimeterarbeit. 

Ausbau bis in 1,80 Meter Tiefe

Die topografischen Verhältnisse an der Hauptverkehrsader von Veserde nach Hohenlimburg sind tatsächlich extrem. Talseitig ist an mehreren Stellen deutlich zu erkennen, dass die Böschung abgesackt ist und mit ihr die Straße. Dem Baugrund fehlt es an Tragfähigkeit, darum wird eine Komplett-Sanierung durchgeführt. Die Fahrbahn und der Hang werden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter ausgebaut.

Die Straße wird mit tragfähigem Material neu gestaltet. Dabei werden Geogitter in den Boden geschlagen. Zwischen den Einbaulagen des tragfähigen Frostschutzmaterials wird jeweils ein Geogitter aus Kunststoffgewebe gelegt und umgeschlagen. Abschließend werden eine neue Asphaltdeckschicht und neue Schutzplanken eingebaut.

Breiter wird die Straße – 4,50 Meter – übrigens nicht. „Das gleiche System wurde an den Serpentinen genutzt“, sagt Axel Heimann vom Märkischen Kreis. Die Technologie der „bewehrten Erde“ hat die Konstruktion von Stützbauwerken längst revolutioniert und ist auch von den Kosten her gegenüber einer Stützwand günstiger.

Für die Sanierung der K24 sind Kosten in Höhe von 440 000 Euro eingeplant. Der gesamte Baubereich ist zwar in zwei Abschnitten nur 570 Meter lang, aber aufgrund der Enge kam man an einer Vollsperrung der Straße nicht vorbei. 

Mit zwei Lkw-, zwei Bagger-Fahren und acht Arbeitern ist die Firma „Straßen und Tiefbau“ vor Ort, die für Straßen.NRW die Arbeiten ausführt. Auftraggeber ist der Märkische Kreis. Die Umleitung – aus Richtung Hohenlimburg über die Obernahmerstraße und die Straße Richtung Wörden – ist für die Autofahrer zwar nervig, aber augenscheinlich in beiden Richtungen unproblematisch. „Die Baustelle wurde extra in die Ferien gelegt, weil dann kein Schulbusverkehr erforderlich ist", sagt Axel Heimann.

Immer wieder Probleme

Kummer mit der K24 gibt es schon seit vielen Jahren. Fast ein Jahr lang war die Kreisstraße von Veserde nach Hohenlimburg aufgrund der Kyrill-Schäden gesperrt. Das war 2007. Drei Jahre später gab es Hangsicherungsmaßnahmen. Über die Straße war wegen einer im Hang sitzenden Quelle großflächig Wasser gelaufen. Und im vergangenen Jahr wurde sodann die Bodenbeschaffenheit mit einer Rammkernsonde untersucht. Zwölf Wochen Bauzeit sind angesetzt. Die Hoffnung ist, früher fertig zu werden.

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