Schimmel: Umzug des Bauamtes geplatzt

+
Hierhin wollte das Bauamt ziehen - aber die Mängel wurden nicht beseitigt.

Nachrodt-Wiblingwerde -  „Wir hätten früher die Reißleine ziehen müssen“, sagt Bauamtsleiter Dirk Röding, ist aber froh, dass ihm und seinen Kollegen ein mögliches Dilemma doch erspart bleibt. Der geplante Umzug von insgesamt neun Verwaltungsmitarbeitern in das Haus Freiherr-vom-Stein-Straße 2 findet jetzt nicht statt. Der Grund: eindeutige Schimmelproblematik.

 Gezwungenermaßen muss das Bauamt umziehen. Am besten gestern. „Wir sind unter Zugzwang“, so Dirk Röding. Das Dach des Amtshauses ist marode – muss dringend gemacht werden. Notdürftige Sicherungsmaßnahmen, die im November durchgeführt wurden, haben die Gefahr, dass Teile gen Boden stürzen könnten, zunächst einmal gebannt. „Und so benötigen wir auch das Gerüst in diesem Umfang nicht mehr“, so Röding, der die Konstruktion sodann auch freigemeldet hat. Allerdings gibt es aktuell keinen Folgeauftrag für den Gerüstbauer, sodass die „Halterung am Amtshaus“ im Moment kostenfrei das Gebäude nicht gerade verschönert.

Wie dem auch sei: Eine größere Schneelast oder extreme Windböen würde das Dach allerdings nicht mehr verkraften. Es muss saniert werden. Das Bauamt, direkt darunter beheimatet, sollte schnellstmöglich das Weite suchen. Aber wohin? Die Idee, fast gegenüber in das Haus an der Freiherr-vom-Stein-Straße 2 zu ziehen, klang tatsächlich vielversprechen. Früher war dort die Post beheimatet, später ein Zahnlabor. Mittlerweile stehen die Räumlichkeiten lange leer.

„Wir haben uns das angeschaut und eine Mängelliste erstellt“, erzählt Dirk Röding. Besagte Mängel waren unter anderem Bauschäden, die zur Schimmelbildung geführt hatten. „Der Vermieter (Anmerkung der Redaktion: Adler Wohnen) hat die Räume gestrichen, die Kabel, die aus der Wand hingen, beseitigt, aber es war nicht erkennbar, dass die Grundproblematik angegangen wurde.“ So war – oder ist – beispielsweise die Eingangstür marode und undicht und Feuchtigkeitsschäden sind erkennbar. „Das ist offensichtlich nicht beseitigt worden, sodass wir eine Nachbesserung bis zum 15. Dezember gefordert hatten.“

Später sollte es eine weitere Begehung geben, die dann aber nicht mehr stattgefunden hat. Der Vermieter forderte dagegen per E-Mail die Schlüssel zurück.  „Das haben wir gemacht und seitdem ist das Thema für uns erledigt“, sagt Dirk Röding. „Wer weiß, wie das weitergegangen wäre. Nachher hätten wir so ein Schimmel-Problem wie Herr Mattke gehabt.“

Das sieht auch Bürgermeisterin Birgit Tupat so. „Ich habe auch eine Fürsorgepflicht für die Mitarbeiter. Es nützt nichts, wenn alles einfach übertüncht wird und Mitarbeiter möglicherweise aufgrund der Schimmelproblematik später erkranken. Wir lesen auch Zeitungsberichte und wir hören auch von den Mietern, was in den Wohnungen los ist“, so Birgit Tupat.

Und jetzt? Eventuell, das ist die Überlegung, könnten Büro-Container auf dem Märkischen Platz neben dem Amtshaus aufgestellt und eine Heimat für das Bauamt werden. „Zurzeit wird das baurechtlich geprüft“, sagt Dirk Röding. Dass man leer stehende Wohnungen anmietet, die es durchaus in Nachrodt-Wiblingwerde gibt, ist dagegen wenig sinnvoll. „Man kann sie schlecht zu Büros umfunktionieren. Und es ist ja nicht so, dass man nur sein Päckchen nimmt und umzieht. Wir müssen auch vernetzt sein, was das Ganze natürlich kompliziert macht“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare