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Nach Zugunfall: Polizei ermittelt - Bahnübergang nun sicherer

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Von: Maximilian Birke

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Nach dem Zugunfall, bei dem ein IC in Nachrodt mit dem Auto einer 19-Jährigen kollidierte, ermittelt die Bundespolizei. Fest steht: Es war menschliches Versagen. Mittlerweile hat die Bahn den Übergang zusätzlich gesichert.

Nachrodt-Wiblingwerde – Nach dem Unfall zwischen dem Intercity 34 und einer 19-jährigen Autofahrerin am Abend des 21. Dezember hat die Bahn neue Maßnahmen ergriffen, um den Bahnübergang Einsal besser abzusichern. Schranken und Lichtsignale wurden aufgebaut und sind seit Anfang der Woche in Betrieb.

Am 22. Dezember war der IC 34 in das Auto der jungen Nachrodterin gekracht, als sie den zu diesem Zeitpunkt nicht abgesicherten Übergang Einsal passierte. Wieso der Bahnübergang nicht gesichert war, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Die Deutsche Bahn äußert sich zu den laufenden Untersuchungen nicht, sondern teilt lediglich mit: „Wir unterstützen die Behörden intensiv und umfangreich bei ihren Ermittlungen. Denn Sicherheit hat bei der Eisenbahn oberste Priorität.“

Bundespolizei sichtet Aufzeichnungen vom Unfallort

Anne Rohde, Sprecherin der Bundespolizeibehörde in Dortmund, die die Ermittlungen in dem Fall aufgenommen hat, bestätigt, dass die Bahn der Polizei Material für die Ermittlungen zukommen lasse. Derzeit warte man auf den Eingang von Audioaufzeichnungen, die von den Ermittlern ausgewertet werden. Die Aufzeichnungen dokumentieren den Unfallhergang und sollen Klarheit schaffen, wer genau die Verantwortung trägt.

Als gesichert gilt inzwischen, dass es sich bei der Unfallursache um menschliches Versagen handelt. Der Übergang wurde zu dem Unfallzeitpunkt durch Streckenposten gesichert, weil die Schrankenanlage nach der Flutkatastrophe im Juli noch defekt ist. „Wir wissen aber noch nicht, welcher Part versagt hat“, erklärt Bundespolizeisprecherin Anne Rohde. Mögliche Verantwortliche sind nicht nur die Bahnübergangsposten, die sich direkt an der Unfallstelle aufhielten, und die kurz nach dem Unfall scharf kritisiert wurden.

Suche nach Schuldigen

Auch beim Fahrdienstleiter der Bahn, der die Züge auf den Strecken in einem definierten Gebiet überwacht, könnte der Fehler gelegen haben. Seine Tätigkeit kann man sich ähnlich vorstellen wie die eines Lotsen im Tower eines Flughafens. Der Fahrdienstleiter informiert die Streckenposten telefonisch, dass der Zug passieren soll und der Bahnübergang geschlossen werden muss.

Ebenso könne auch bei der 19-jährigen Autofahrerin in gewisser Weise ein menschliches Versagen vorgelegen haben, sagt Rohde. Die Nachrodterin hatte sich nämlich augenscheinlich nicht vergewissert, dass die Schienen frei sind, bevor sie am Andreaskreuz vorbei auf die Gleise fuhr.

Provisorische Schranken und Lichtzeichen

Während die Polizei noch ermittelt, hat die Deutsche Bahn inzwischen Maßnahmen getroffen, um das Überqueren des Bahnübergangs sicherer zu machen. Bereits vor dem Unfall habe man geplant, „zusätzliche provisorische Sicherungsmaßnahmen an den Bahnübergängen Eichendorfstraße/Bachstraße und Helbecker Weg einzuführen“, sagt die Bahnsprecherin.

Diese sind inzwischen installiert worden: Seit Montag (27. Dezember) sichern zusätzliche Lichtzeichen und Schranken die Bahnübergänge. Sie werden von einem Bahnübergangsposten bedient. „Zusätzlich sorgt eine weitere technische Rückfallebene für mehr Sicherheit“, berichtet die Bahnsprecherin. Auf der Strecke sind Kontakte eingebaut, die bei einer Nichtbedienung der Schranken eine Zwangsschließung der Bahnübergänge auslösen. So soll verhindert werden, dass sich ein Unfall wie am vergangenen Mittwoch wiederholt.

Die 19-Jährige war dabei glücklicherweise nur leicht verletzt worden, auch von den Fahrgästen im IC 34 kam niemand zu Schaden. Dass Zugunfälle derart glimpflich ausgehen, ist jedoch eher der Ausnahmefall.

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