CDU-Fraktionschef Herbel bereitet seinen Abgang vor

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Peter Herbel will nur noch bis Ende 2015 an der Spitze der CDU-Fraktion stehen.

Nachrodt-Wiblingwerde - Zwei Tage nach der Kommunalwahl haben die beiden großen Fraktionen des neuen Rates bereits ihre Arbeit aufgenommen. Sowohl SPD als auch CDU trafen sich am Dienstagabend zu Fraktionssitzungen, in denen sie erste personelle Weichen gestellt haben.

Bei der SPD ging es unter anderem darum, die Nachfolge der bisherigen stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Birgit Hirt zu klären, die es nicht wieder in den Rat geschafft hatte. „Das ist uns nicht ganz leicht gefallen“, erklärte Fraktionschefin Susanne Jakoby, dass die Fraktion diesen Schock zuerst habe verdauen müssen. Schließlich fand sie in Gerd Schröder einen neuen Fraktionsvize. „Das ist eine pragmatische und vernünftige Lösung, um die Kontinuität zu sichern“, kommentierte Jakoby die einstimmige Entscheidung für den 58-Jährigen. Ein Comeback Hirts scheint aber nicht ausgeschlossen. „Sie wird intensiv in unserer Fraktion mitarbeiten, auch als Sachkundige Bürgerin“, kündigte Jakoby an.

Susanne Jakoby selbst wurde einstimmig wieder zur Fraktionsvorsitzenden gewählt. Außerdem legte die SPD-Fraktion fest, wen sie für die Wahl des Bürgermeister-Stellvertreters vorschlagen will: Gerd Schröder.

Bei der CDU-Fraktion zeigte sich, dass die Ära von Peter Herbel, allmählich zu Ende geht. „Eigentlich wollte ich gar nicht mehr kandidieren und Platz machen für Lars Wygoda. Der steht aber aus zeitlichen Gründen im Moment noch nicht zur Verfügung“, begründete der 74-jährige Herbel, warum er sich dann doch noch einmal um das Amt an der Spitze der CDU-Fraktion bewarb. Allerdings gab es auch einen Gegenkandidaten: Klaus-Dieter Jacobsen meldete ebenfalls Interesse am Amt des Fraktionschefs an. „Ich wollte mehr Verantwortung übernehmen. Nach dieser Wahl, die wir zwar nicht verloren haben, bei der wir aber auch nichts dazugewonnen haben, müssen wir auch schauen, was man anders machen kann“, begründete Jacobsen. Doch fünf der acht Fraktionsmitglieder entschieden sich für Herbel, nur drei für Jacobsen. Möglicherweise auch wegen seiner krachenden Wahlniederlage am Sonntag – Jacobsen holte in seinem Stimmbezirk mit 27,6 Prozent das schlechteste Resultat aller CDU-Kandidaten – fehlte es ihm in der Fraktion an Rückendeckung. Er wolle das nicht ausschließen, räumte Jacobsen im Gespräch mit dem Altenaer Kreisblatt ein.

Das Amt des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, das bisher Stefan Herbel bekleidet hatte, übertrug die Fraktion Lars Wygoda. Wenn Peter Herbel seinen Posten wie angekündigt Ende 2015 räumen will, soll der 42-Jährige an die Spitze aufrücken.

Festgelegt hat die CDU auch, wenn sie als ehrenamtlichen Stellvertreter von Bürgermeisterin Birgit Tupat vorschlagen will. „Wir schicken wieder Michael Schlieck ins Rennen“, erklärte Fraktionschef Herbel. Ob Schlieck wieder Erster oder doch Zweiter Stellvertreter wird, hängt davon ab, ob die CDU für diese Wahl in der Ratssitzung am 16. Juni eine Listenverbindung mit der UWG eingeht. Nur damit könnte sie den Zugriff der SPD auf das Amt des Ersten BM-Stellvertreters verhindern. „Über mögliche Listenverbindungen werden wir uns über das lange Wochenende Gedanken machen und dann in der nächsten Woche Gespräche führen“, kündigte Herbel an.

Die UWG-Fraktion trifft sich erst in der nächsten Woche zu ihrer ersten Sitzung. Für den 10. Juni haben sich alle drei Fraktionen zu einer gemeinsamen Runde verabredet. - Volker Griese

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