Verärgerung in Gemeindegruppen nach Verkauf des Gemeindehauses

Ludwig Roth mit einem Schreiben, das er von der Kirchengemeinde erhalten hat.

NACHRODT ▪ Aufgebracht und gereizt - so beschrieb Ludwig Roth die Stimmung im CVJM-Familienkreis, der am Freitagabend zusammenkam, um eigentlich einen Vortrag von Ursula Rinke über Sagen zu hören.

Die Altenaerin musste ihren Termin in der Doppelgemeinde jedoch kurzfristig absagen - vielleicht war das auch gut so, denn die etwa 30 Mitglieder zählende Gruppe hatte über eine Stunde Anlass zu reger Diskussion. Hintergrund: Der Verkauf des evangelischen Gemeindehauses und der vom Presbyterium vorgesehene neue Treffpunkt für den Familienkreis.

Gruppenleiter Ludwig Roth ist vor allem enttäuscht über den Kommunikationsfluss zwischen Presbyterium, Kirchenleitung und den betroffenen Gemeinschaften, die sich regelmäßig im Gemeindehaus an der Schillerstraße treffen. „Vor etwa vier Wochen haben wir erfahren, dass das Gebäude verkauft worden ist, und dass sich die Gruppen ab dem 17. August in anderen Räumen treffen müssen“, berichtet er. Gleichzeitig sei gesagt worden: „Ihr braucht euch nicht zu kümmern.“

Doch Ludwig Roth fühlt sich übergangen. „Ich muss als Gruppenleiter doch wissen, was passiert.“ Seit Wochen versuche er, Kontakt zu Pastor Wolfgang Kube herzustellen. „Doch er reagiert auf meine E-Mails nicht.“ Über Dritte habe er erfahren, dass der Pastor vermutlich im Urlaub sei. „Aber er muss doch für uns in dieser außergewöhnlichen Situation erreichbar sein und wenigstens eine Rückmeldung geben.“ Um mehr Klarheit über die weiteren Planungen zu bekommen, lud der Gruppenleiter für das Treffen am Freitagabend sowohl den Pastor, als auch Mitglieder des Presbyteriums ein. „Auch darauf habe ich habe aber keine Antwort bekommen.“ Das sprichwörtliche „Fass zum Überlaufen“ brachte für ihn dann am Donnerstag ein Schreiben der Kirchengemeinde mit der Information, dass sich der Familienkreis ab dem 17. August im Perthesheim treffen soll.

Am Mittwoch soll es laut Ludwig Roth außerdem eine Informationsveranstaltung des Presbyteriums geben, bei der bekannt gegeben wird, wie es weiter geht. „Das geht doch so nicht. Wir sind doch mündige Bürger und können nicht einfach vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, kritisiert Ludwig Roth. Er hätte von der Kirchenleitung erwartet, dass sie im Vorfeld zunächst Kontakt zum Familienkreis aufnimmt und nachfragt, ob man sich diese Lösung vorstellen kann. „Das wäre doch normal.“ Zu einer Stellungnahme war der Pastor am Wochenende leider nicht zu erreichen.

Einhellige Meinung der Familienkreis-Mitglieder, die am Freitagabend von den Plänen der Kirchengemeinde über Ludwig Roth erfuhren, war, dass das Perthesheim als vorübergehender Treffpunkt - bis das neue Gemeindehaus neben dem Pfarrhaus gebaut worden ist - nicht in Frage kommt. „Wir treffen uns um 19.30 Uhr und sitzen oft bis 23 Uhr zusammen“, erzählt Ludwig Roth. „Im Perthesheim gilt Nachtruhe. Da können wir doch nicht rumtigern“, meint der Gruppenleiter, gibt allerdings zu, die Räume des Seniorenheims noch nicht zu kennen. Die Mitglieder waren sich auch darüber einig, jetzt lieber selbst handeln zu wollen. „Wir suchen den Kontakt zur katholische Gemeinde und hoffen auf eine positive Lösung“, kündigt Ludwig Roth an, der eine vorübergehende Unterbringung im katholischen Vereinsheim als bessere Lösung ansieht. ▪ Von Susanne Riedl

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