Förster warnt vor Gefahren

Auch im Wald gibt es Verwüstungen

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In der Larsche gibt es keinen Weg mehr.

„In den Wäldern ist es zum Teil lebensgefährlich“, warnt Förster Christof Schäfer. Reiten oder Fahrradfahren sei nahezu unmöglich. Wandern nur mit äußerster Vorsicht und festem Schuhwerk möglich. Wer kann, sollte die nächsten Tage die Wälder nicht betreten.

Nachrodt-Wiblingwerde - „Besonders schlimm ist es in den Tallagen und entlang der Bäche. Das ganze Ausmaß ist noch gar nicht zu sehen – soweit konnten wir noch gar nicht vordringen“, erklärt Christof Schäfer. Bisher sind vor allem die furchtbaren Unwetterfolgen auf den Straßen bekannt, Schäfer hat aber natürlich auch schon einen Blick in seine Wälder geworfen. „Es ist ganz klar, dass die Priorität zunächst auf der öffentlichen Infrastruktur liegt – und auch liegen muss. Erst dann sind die Wirtschaftswege dran. Es wird also noch eine ganze Weile dauern, bis die Wege in Stand gesetzt werden können“, erklärt Schäfer.

Große Schäden im Lasbecktal

Wie schlimm und gefährlich es ist, wird zum Beispiel im Lasbecktal deutlich. Der beliebte Wanderweg durch das einst so idyllische Bachtal ist quasi verschwunden. Über weite Teile ist er mit Geröll und Schlamm verdeckt, eine Brücke ist nicht mehr zugänglich, metertiefe Krater sind entstanden. „Teilweise trügt der heile Schein auch. Die Wege sind zum Teil unterspült. Also auch dort, wo die Wege auf den ersten Blick noch intakt sind, lauern Gefahren. Es ist möglich, dass weitere Teile wegbrechen. Das Wasser hat die Wege instabil gemacht. Da sollte man aktuell wirklich kein Risiko eingehen“, appelliert Schäfer an Waldbesucher. Schlimm ist die Lage auch im Wördener Bachtal, in der Nahmer Schweiz, am Kreinberg und rund um die Brenscheider Mühle. Der Nachrodt-Wiblingwerder/Schalksmühler-Wanderweg entlang der Ölmühle und Mesekendahl ist derzeit gar nicht begehbar.

Ein großes Problem ist auch die derzeitige Entwaldung durch den Borkenkäfer. „Der Niederschlag konnte ungehindert auf die großen Flächen gelangen. Es wurde viel loser Waldboden weggespült und auch dort, wo der Boden sehr felsig ist, kann es dann zu Erdrutschen kommen“, mahnt der Förster. Ein großer Wald fange mit den Baumkronen jede Menge Wasser auf. 30 Prozent des Wassers verdunsten in den Baumkronen. Diese großen Waldflächen haben letzte Woche gefehlt. Hinzu kommen die vielen trockenen Bäume, die ebenfalls nichts auffangen.

„Schlachtplan nach Prioritäten“

Derzeit erarbeiten Schäfer und seine Kollegen einen „Schlachtplan nach Prioritäten“. „Wir brauchen die Wege dringend. Zum einen für den Fall von Waldbränden, aber auch für die Bewirtschaftung, es gibt unter anderem immer noch viel Käferholz, dass bereits verkauft ist und abtransportiert werden muss“, erklärt Schäfer. In einigen Bereichen seien auch Versorgungsleitungen beschädigt. Zwischen Veserde und Letmathe sei über weite Teile der Abwasserkanal im Wald verlegt und liege nun frei und habe heftige Schäden. „Da werden sich die Versorgungsbetriebe drum kümmern. Wie es bei den anderen Wegen funktioniert, ist noch unklar.“ Es gebe auch noch keinen Überblick über Kosten und die damit verbundene Finanzierung. Schäfer: „Fakt ist, die heimischen Tiefbauer werden eine ganze Weile im Straßenbau und an den Häusern gebunden sein. Danach kommt der Wald. Bis dahin müssen wir einen genauen Plan haben.“

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