Nach 20 Jahren kommt die Zeit für eine Ablösung

+
Das Rentner-Trio (Christiane Berger, Bernhard Pendzialek und Kerstin Klostermann-Hille, von links) unterhielt sein Publikum beim Sommerfest von „Helfen und helfen lassen“ mit trockenem Humor. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Mit einem Sommerfest hat die Aktion „Helfen und helfen lassen“ am Freitagnachmittag im Evangelischen Gemeindehaus an der Schillerstraße ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert.

Bevor die Helferinnen Kaffee und Kuchen auftischten, blickte die Leiterin des Helferteams, Ursula Büttig, auf die vergangenen 20 Jahre zurück. „Wir haben viel erlebt und bestimmt auch vielen Menschen eine Freude bereitet“, fasste sie die Aktionen der Gruppe zusammen, die mehrmals im Jahr Bewohner aus den Alten- und Pflegeeinrichtungen der Doppelgemeinde, aber auch andere Senioren und Behinderte zu Veranstaltungen und Ausflügen einlädt. Bei „Helfen und helfen lassen“ seien Menschen engagiert, die bereit seien, sich für andere Menschen einzusetzen, die nicht mehr so rege am Leben teilnehmen könnten, sagte sie und wünschte sich, dass sich bald weitere Helfer finden, die die Arbeit fortsetzen möchten. Neben Ursula Büttig sind auch Antje Böttcher und Pfarrer Wolfgang Kube vom ersten Tag an dabei.

Dieses Engagement würdigte der stellvertretende Bürgermeister Michael Schlieck, der „Helfen und helfen lassen“ im Namen der Gemeinde dankte. „Wenn es Menschen gibt, die sich freiwillig für andere einsetzen, sollte man das auch unterstützen“, fand er.

Anerkennende Worte wählte auch der Vorsitzende des MGV Frohsinn Nachrodt, der schon viele Veranstaltungen von „Helfen und helfen lassen“ musikalisch begleitet hat. „Wer auf Hilfe angewiesen ist, braucht Menschen, denen er vertrauen kann. ,Helfen und helfen lassen‘ hat sich dieses Vertrauen erworben“, sagte Gunter Obstfeld und überreichte Ursula Büttig eine Geldspende für die weitere Arbeit.

Pfarrer Kube philosophierte über den Lauf der Zeit. „Helfen und helfen lassen“ versuche stets, die gemeinsame Zeit so zu füllen, dass ein kleiner Funken Erinnerung übrig bleibe. Den Senioren und Behinderten bedeuteten die Treffen stets sehr viel, sagte er später im Gespräch mit dem Altenaer Kreisblatt. „Diese Menschen wollen niemandem zur Last fallen und ziehen sich deshalb oft zurück. Hier sind sie wieder unter Leuten, das ist für sie eine willkommene Abwechslung vom Alltag.“ Ein zunehmendes Problem berge der Datenschutz. Dadurch könne„Helfen und helfen lassen“ zu manchen Senioren oder Behinderten in der Gemeinde gar keinen Kontakt herstellen.

Durch den Auftritt des Holzwickeder Rentner-Trios Änne, Lisbeth und Fritz erhielt das Sommerfest dann auch noch eine humoristische Note. Sie berichteten mit trockenem Humor („Wir haben uns ja gegen ,Klosterin‘ impfen lassen!“) aus ihrer Rentner-WG und vom Probewohnen im Altersheim. Das amüsierte Publikum erfuhr von ihnen, wie man einen Yorkshire-Terrier durch statische Aufladung zum Staubwedel umfunktionieren und ihn somit noch wirtschaftlich einsetzen kann. Und selbst den körperlichen Gebrechen des Alters konnten die drei Senioren noch etwas Positives abgewinnen. ▪ vg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare