Zufahrt zerstört nach Unwetter

50 Haushalte in Nachrodt von der Außenwelt abgeschnitten

Die Breddestraße in Nachrodt ist nicht erreichbar. Das Hochwasser hat die Zufahrt schwer beschädigt.
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Die Breddestraße in Nachrodt ist nicht erreichbar. Das Hochwasser hat die Zufahrt schwer beschädigt.

Rund 50 Häuser sind in Nachrodt noch immer von der Außenwelt abgeschnitten nach dem verheerenden Hochwasser. Die einzige Zufahrt wurde schwer beschädigt, es gibt kein Durchkommen. Aber Optimismus bei den Menschen vor Ort.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Wir haben immer genug im Haus. Ich backe auch Brot und Brötchen selbst und versorge damit auch zum Teil die Nachbarn. Wir leben alle, uns geht es gut“, sagt Astrid Witteler. Sie wohnt mit ihrer Familie an der Breddestraße und ist – wie alle anderen Anwohner und ebenso die vom Tannenweg – von der Außenwelt abgeschnitten.

Die Zufahrt vom Bahnübergang Helbecke bis zu den Fischteichen ist völlig zerstört. Und nur über diese Straße kommen die Anwohner weg. „Wir müssen es schaffen, ein Provisorium zu errichten“, sagt Bauamtsleiter Dirk Röding, der schon mehrmals vor Ort war und allerorts in der Gemeinde versucht, sich einen Überblick über die Schäden nach dem Unwetter zu verschaffen.

Flucht nur durch die Gärten zu Fuß möglich

„Wir sind noch ganz am Anfang“, so Dirk Röding zur Bestandsaufnahme. Breddestraße und Tannenweg stehen auf der Prioritätenliste. Ganz oben befinden sich aber dort Becke und Eickhoff, wo auch der Rettungsdienst und die Feuerwehr noch nicht hinkommen. Mit Hochdruck wird dort an einer Lösung gearbeitet. Etwa 50 Häuser sind an der Breddestraße und am Tannenweg betroffen.

Hochwasser in Altena und Nachrodt: Die Bilder am Donnerstag

Das Hochwasser und seine Folgen in Altena und Nachrodt
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„Die Leute können nur nach unten über ihre Gärten zu Fuß flüchten“, weiß der Bauamtsleiter um die Not. Nicht zum Einkaufen, nicht zum Arzt, eigentlich nirgendwo hin: Trotzdem nehmen es viele gelassen. Sehr entspannt geradezu.
„Wir hungern nicht, wir verdursten nicht. Natürlich ist die Lage unangenehm, aber wenn man sieht, was in der Eifel passiert ist, dann haben wir hier ein Luxusproblem. Und derjenige, der hier jetzt meckert, weil es ihm nicht schnell genug geht, hat sie nicht alle stramm“, findet Volkmar Wiesemann vom Tannenweg deutliche Worte.

Trocken und sicher: Optimismus bleibt

Das Wasser ist an seinem Haus vorbeigeschossen, hat aber sein Hab und Gut verschont. Auch bei Astrid Witteler gibt es keine Wasserschäden. Was sie sorgt, ist die Pflege ihrer Eltern. „Heute sollte die Physio kommen. Das geht natürlich nicht“, erzählt die Nachrodterin. Ihr Nachbar Theo Bremmer findet sogar witzige Worte: „Wir sitzen hier hoch und trocken. Wir gehören nicht zu den Geschädigten, alles andere kann man händeln. Und so kann man auch gern mal Positives berichten.“ Die Nachbarn würden alle zusammen halten.

5000 Tonnen Geröll am Helbecker Weg entsorgt

Unterdessen versucht das Bauamt mit Hilfe von Tiefbauer Sigi Müller die Situation zu entschärfen. 5000 Tonnen Geröll im Bereich am Helbecker Weg, Bahnübergang und Bundesstraße wurden bereits weggeschüppt, wie Dirk Röding erzählt. Um sich die Masse vorzustellen: Das sind etwa 200 Sattelschlepper voll. Woher er das weiß? Sigi Müller hat eine Waage am Radlager. Aktuell wird versucht, den Zulauf zur Verrohrung freizumachen, damit das Wasser, jetzt immer noch ungebändigt, in der Kanalisation seinen geregelten Gang finden kann. Möglicherweise ist am Samstag eine Durchfahrt möglich.

5000 Tonnen Geröll wurden schon am schwer getroffenen Bahnübergang Helbecke entfernt.

Dirk Röding spricht von einer Katastrophe an vielen Straßen und Wegen. Es liegt auch der Hallenscheider Weg in Schutt und Asche. Doch Ärmel hochkrempeln, nach vorne gucken. Und auch dankbar sein, „dass es nicht noch schlimmer gekommen ist“, sagt Dirk Röding.

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