Nach herbem Rückgang: Neue Hoffnung für Blutspende in Nachrodt

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Deutlich mehr Blutspender kamen zum Termin in Nachrodt.

Nachrodt-Wiblingwerde – 53 Blutspender kamen zum Termin nach Nachrodt. Wieder deutlich mehr als zuvor. Die Gäste diskutierten über die Gründe für den massiven Rückgang.

Fünf Erstspender kamen – und insgesamt 53 Gäste: Es geht bergauf beim Blutspenden in Nachrodt. Nachdem der Zuspruch für die Termine im unteren Gemeindebezirkmassiv gefallen waren, gab es jetzt einen Trend nach oben. Trotz großer Hitze kamen die Spender. Und: Sie diskutierten die Gründe für den Rückgang, den die Blutspendebeauftragte Gisela Gundermannöffentlich gemacht hatte. Sie hatte um ehrliche Antworten gebeten. 

Diese gab es durchaus. „Treppe rauf, Treppe runter. Das wird das große Problem sein“, meinte Hartmut Grenningloh, der persönlich aufgrund von fehlender Information in der letzten Zeit nicht gekommen war. „Ich habe beim DRK von Post auf E-Mail umgestellt, aber das hat nicht geklappt“, sagt der Nachrodter. 

Der viel kritisierte Fragebogen könne nicht Grund für das Fernbleiben sein, meinte Tobias Busch. „Ich gehe davon aus, dass mit den Daten vertraulich umgegangen wird, und der Fragebogen ist ein Schutz für denjenigen, der auf die Spende angewiesen ist.“ Wenn man Blut spende, dann solle man auch dazu stehen. 

Tobias Busch wollte eigentlich am 7. August nach Wiblingwerde zum Blutspenden gehen, weil das zeitlich besser gepasst hätte, aber aufgrund der Berichterstattung über das drohende Aus in Nachrodt wartete er eineinhalb Stunden, um sein Blut spenden zu können. 

Zum 76. Mal ließ sich Anja Bozniatzki an die Nadel legen. Für sie spielt es keine Rolle, wo gespendet wird. „Es kommt mir nicht auf die Atmosphäre an. Allerdings sind die Parkplätze gegenüber, und man muss die Bundesstraße überqueren. Das ist schon blöd“, sagte die junge Frau. Anja Pingel ist Springerin. Sie spendet mal hier, mal dort – insgesamt zum 53. Mal. 

Die Treppe im katholischen Vereinshaus ist aus ihrer Sicht nicht das Problem. „Im alten DRK-Heim musste man auch die Treppe hoch.“ Einig sind sich alle Spender über die Rastatt: „Da war es am schönsten.“ 

Einen Tipp für mehr Blutspender brachte SPD-Ratsherr Aykut Aggül ins Gespräch: Den Fragebogen gebe es nur auf Deutsch und Englisch. Viele seiner türkischsprachigen Landsleute würden diese Hürde nicht nehmen können. Besonders die zweite Generation habe beim Schriftdeutsch Probleme. Eine Lösung wäre eine weitere Sprache, oder dass die Spender eine Vertrauensperson mitbringen dürften. „Aber in die Kabine darf nur einer“, sagte Aykut Aggül. 

Er appelliert zudem an die Spender, ihre erwachsenen Kinder mitzubringen. Einen Ausflug mit dem Gedanken, etwas Gutes zu tun. Zudem sollte man nicht nur in den Berufsschulen, sondern in allen Schulen das Thema Blutspenden aufgreifen. „Es war richtig schön“, sagte Gisela Gundermann strahlend. Sie hatte die Tische umstellt, sodass die Spender gemeinsam beim Essen sitzen konnten. Das kam sehr gut an. Wohl fühlten sich auch die Erstspender Ben Gerstenberg, Kadir Madenoglu, Maria Aleksandria Neufeld, Ursula Schöllnerhans und Diana May-Ganswind.

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