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Nach Ende der Vollsperrung: Tankstelle Meier mit besonderem Dankeschön für die Kunden

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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An der Tankstelle in Nachrodt sind Peter und Monika Meier froh, dass die Stammkunden während der viermonatigen Durststrecke ihnen die Treue gehalten haben.
An der Tankstelle in Nachrodt sind Peter und Monika Meier froh, dass die Stammkunden während der viermonatigen Durststrecke ihnen die Treue gehalten haben. © Fischer-Bolz, Susanne

Endlich Normalität. Auch, wenn die Anwohner der B236 die Ruhe während der Vollsperrung genossen haben und endlich mal keine Lkw „durch ihre Gärten“ fuhren, lag das Geschäftsleben natürlich brach

Es gab dramatische Einnahmeverluste – auch an der Aral-Tankstelle von Peter Meier an der Altenaer Straße 29. „Nach der zweiten Woche hatten wir einen Rückgang von 70 Prozent. Dann sind nur noch die Nachrodter Stammkunden geblieben. Die sind gekommen, obwohl sie es auch nicht so einfach hatten“, erzählt Peter Meier, der sich in diesen Tagen mit dem witzigen Slogan „Marmor, Stein und Felsen bricht, aber eure Treue nicht...“ mit einer Rabattaktion bedankt.

Vier Monate Durststrecke. Mit Leuten, die oft nur kamen, weil sie mal zur Toilette mussten. „Einige, die schon Ewigkeiten im Stau standen, waren froh, als sie das Tankstellen-Hinweisschild am scharfen Eck gesehen hatten“, erzählt Peter Meier und ergänzt: „Ich habe hier morgens drei Stunden auf dem Hocker gesessen und hatte zwei Kunden.“ Obwohl natürlich an vorderster Front betroffen, schickt er ein riesiges Lob an die Mitarbeiter der Firma Feldhaus, die am Fels gearbeitet haben und den Zeitplan einhalten konnten. „Die sind morgens um 7 Uhr gekommen und fuhren erst abends, wenn es dunkel wurde.“

Betrieb hat sich schlagartig verbessert

Nach Aufhebung der Vollsperrung verbesserte sich der Geschäftsbetrieb natürlich schlagartig, „aber es ist auch jetzt noch nicht so wie vor der Baustellen-Zeit“, erzählt Peter Meier. Er befürchtet, dass das auch in absehbarer Zeit nicht anders wird. Aufgrund der Verteuerung in allen Lebenslagen – von Lebensmitteln bis zur Energie – wird der Gürtel enger geschnallt. „Das Nebengeschäft, von dem die Tankstelle eigentlich lebt, Autowäsche, Getränke, Eis, ist nicht mehr so gefragt“, sagt Peter Meier. Auch werde nicht mehr vollgetankt. Die Autofahrer schauten ganz genau, wann welcher Preis angeschlagen ist. Und gern werde auch auf das früher Übliche, sich nach dem Tanken noch mal eben mit Chips einzudecken, verzichtet. „Der Vorteil von Tankstellen ist normalerweise die schnelle Erreichbarkeit und das Unkomplizierte: Vorfahren, reinspringen, etwas kaufen und wieder weg. Aber die Menschen sind jetzt verunsichert. Niemand weiß, wie der Winter wird. Sie sparen, weil sie nicht wissen, was kommt“, sagt Peter Meier.

Glücklich ist er, dass er alle 15 Mitarbeiter (davon vier Festangestellte) halten konnte. Es gab während der Sperrung Kurzarbeit und verkürzte Öffnungszeiten. Im Rücken hatte er die Mineralölgesellschaft BMV. „Es ist eine kleine Gesellschaft, die uns wirklich in vielen Bereichen finanziell unterstützt hat“, sagt Peter Meier, der seine Tankstelle jetzt wieder von 5 bis 21 Uhr geöffnet hat.

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