Falschen Beruf angegeben

Nach Eklat: SPD-Chef Aggül zieht Konsequenzen

+
Aykut Aggül (3.v.links) hat jetzt die Konsequenzen für sein Handeln gezogen. Gerd Schröder (links) sieht einen großen Vertrauensverlust.

Nachrodt-Wiblingwerde – Aykut Aggül zieht die Konsequenzen: Der Eklat um seine falsche Berufsbezeichnung hat große Folgen.

Nachdem sich der SPD-Vorsitzende in den offiziellen Unterlagen zur Kommunalwahl fälschlicherweise als Wirtschaftsinformatiker bezeichnet hatte, wird er jetzt nicht mehr bei der Kommunalwahl antreten, sondern auf eine Kandidatur verzichten. 

Damit ist Aykut Aggül auch kein Spitzenkandidat seiner Partei mehr. „Er wird auch auf einen Listenplatz verzichten“, sagt der SPD-Unterbezirksvorsitzende Gordan Dudas, der ein längeres Gespräch mit Aykut Aggül geführt hat. „Er bedauert die Vorkommnisse. Es wird eine außerordentliche Mitgliederversammlung geben, bei der es eine Aussprache zum Sachverhalt geben wird“, so Gordan Dudas. 

Kein persönliches Statement

Aykut Aggül war persönlich nicht zu erreichen, die Stellungnahme ist aber, so sagt Gordan Dudas, mit ihm abgesprochen. 

Aufgrund der Veröffentlichung im AK gab es am Samstagmorgen eine erste Sitzung, an der Fraktions- und Vorstandsmitglieder der SPD teilnahmen. 

In der internen Aussprache ging es nicht nur um die falsche Berufsbezeichnung, sondern auch um die Tatsache, dass Aykut Aggül einen Fraktionskollegen mit in die Angelegenheit hineingezogen hatte. Er hatte behauptet, eine falsche Berufsbezeichnung angegeben zu haben, weil ein anderer dies in der Vergangenheit auch so gemacht habe. 

"Großer Vertrauensverlust"

„Mit Blick darauf, dass er dies gemacht hat und persönlich geworden ist, hat es eine andere Qualität bekommen, als wäre es nur um die Berufsbezeichnung gegangen“, sagt Gerd Schröder, Fraktionsvorsitzender der SPD, und ergänzt: „Der Vertrauensverlust ist einfach sehr groß geworden, sowohl mehrheitlich in der Fraktion als auch in der Wählerschaft, wo von ich ausgehe.“ 

Dass die Vorkommnisse kurz vor der Kommunalwahl unglücklich sind, versteht sich von selbst. Wie geht es weiter? Aykut Aggül behält sein aktuelles Ratsmandat. Und er ist auch SPD-Ortsvereinsvorsitzender. In dieser Funktion müsste er jetzt die außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, damit eine neue Liste für die Kommunalwahl aufgestellt werden kann. 

So geht's weiter

Tut er das nicht, können die Mitglieder selbst eine Sitzung beantragen, zehn Prozent der Mitglieder sind dafür nötig. Bis zum 27. Juli haben die Sozialdemokraten Zeit, einen neuen Spitzenkandidaten zu wählen und die Kandidatenliste inklusive Reserveliste aufzustellen. 

„Ich wünsche mir, dass wir wieder politisch arbeiten können“, so Gerd Schröder, der auch die Verdienste von Aykut Aggül nennt: „Er hat sich im Wahlkampf stark eingebracht.“ 

Auch Bürgermeisterin Birgit Tupat betont das Engagement Aykut Aggüls und findet es bedauerlich „dass das Ganze so endet“. 

Personal schwer zu finden

Unterdessen gibt es hinter den Kulissen viele Gespräche. „Es ist eine persönliche Belastung einerseits und eine politsche Belastung andererseits“, sagt Gerd Schröder und verweist darauf, dass „das Personal ja auch nicht zunimmt“. Wobei sich die Frage stellt, ob die vielen Sozialdemokraten, die sich in den letzten Jahren zurückgezogen hatten, vielleicht jetzt wieder mitmachen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare