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Großer Kummer mit der Bahn

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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OGS-Leiterin Martina Graetz hat eine wahre Tortur hinter sich.
OGS-Leiterin Martina Graetz hat eine wahre Tortur hinter sich. © Fischer-Bolz, Susanne

Ist das Geld weg? Pech gehabt? Das möchte Martina Graetz nicht hinnehmen. Seit Wochen kämpft die OGS-Leiterin mit der Bahn, damit sie das Geld für die Tickets zurückbekommt, die die Kinder nach dem Unwetter nicht nutzen konnten. Bis heute fährt kein Zug. Eine Tortur. Möglicherweise gibt es jetzt ein Happy End.

Nachrodt-Wiblingwerde – Es ist niemand wirklich zuständig. „Der Gesprächspartner am Donnerstag hat gesagt, ich soll mich nicht so aufregen.“ Doch Martina Graetz regt sich auf. Und das ist auch kein Wunder. Denn seit Wochen versucht die Leiterin der OGS eine Lösung für das Bahnticket-Problem zu finden. Vergeblich.

Vor den Ferien alle Tickets gekauft

Mit zwei Gruppen zum Planetarium nach Bochum, mit zwei Gruppen zum Freilichtmuseum Hagen: Das stand noch auf dem Plan des Sommerferienprogrammes für die OGS-Kinder. Und natürlich hatte Martina Graetz im Vorfeld sämtliche Fahrkarten gekauft. Doch dann kam das Unwetter. Der Zugverkehr wurde eingestellt. Bis heute rollt nichts auf den Gleisen.

„Ich habe vor den Ferien alle Tickets gekauft – und zwar vom Feriengeld des Kirchenkreises“, erzählt Martina Graetz. Insgesamt gab sie 1200 Euro aus. Nur für Fahrkarten, nicht für Eintrittsgelder. Und viele Ausflüge konnten auch stattfinden. Sitzengeblieben ist die Offene Ganztagsschule, beziehungsweise der Kirchenkreis nach der Flutkatastrophe, als nichts mehr ging, auf 440 Euro. Pech gehabt? Das Geld sieht man niemals wieder?

Per Einschreiben nach Frankfurt geschickt

Das hofft Martina Graetz nicht. Sie setzt alle Hebel für eine Rückerstattung in Bewegung. „Ich bin erst einmal nach Iserlohn zum Reisecenter gefahren, weil ich die Karten dort gekauft habe. Die haben mich an die Deutsche Bahn verwiesen“, sagt Martina Graetz, die mittlerweile eine wahre Tortur hinter sich hat. Am Bahnhof in Hagen gab es keine Parkplätze aufgrund der Flutkatastrophe, so dass sie den ersten Versuch abbrechen musste und es ein zweites Mal mit ihrem Mann versuchte. Am Servicepoint am Hagener Bahnhof konnte man der Nachrodterin aber auch nicht weiterhelfen. „Ich müsste die Fahrkarten nach Frankfurt schicken. Das habe ich dann auch per Einschreiben gemacht. Dazu habe ich einen Brief geschrieben und die Situation erklärt“, so die OGS-Leiterin.

„Bitte senden Sie uns die Belege“

Am 14. September gab es eine Antwort: „Gern kümmern wir uns“. Martina Graetz bekam eine Vorgangsnummer. Gebeten wurde um genaue Angaben zu den ausgefallenen Zügen, Zugnummern, Anfahrtzeit, Start- und Zielbahnhof. „Bitte senden Sie uns die Belege zu“, so das Servicecenter Fahrgastrechte. Allerdings hatte Martina Graetz alle Unterlagen längst zur Bahn geschickt. Belegen kann sie auch etliche Telefonate mit besagtem Servicecenter – genau: 13 Anrufe. Manche dauerten gar eine halbe Stunde. „Und oft bin ich gar nicht durchgekommen und nach 20 Minuten aus der Hotline ‘rausgeflogen.“

Anliegen schon abgelehnt

Ein zweiter Brief kam am 19. September. Mit der Aufforderung, die nötigen Informationen zu liefern. „Ich habe am Telefon gesagt, dass ich doch alles eingereicht habe. Und dann erklärte man mir, dass man dies jetzt als Widerspruch werten würde. Offensichtlich war mein Anliegen schon abgelehnt worden.“

Stand der Dinge: Am Montag sprach sie erneut mit einem Hotline-Mitarbeiter. Es sei bis jetzt nichts vermerkt, er würde das jetzt aber machen und weiterleiten. „Ich habe auch versucht, die Bahn NRW anzurufen. Da hat man mir gesagt, dass nichts vorliegt“, versteht Martina Graetz die Welt nicht mehr. Auch wurde ihr nahegelegt, doch auf einen anderen Zug auszuweichen. In Nachrodt-Wiblingwerde fährt kein anderer. „Ich hätte sie fast durchs Telefon geholt.“

Nicht kleinkriegen lassen

Verzweifelt aufgeben: Das will Martina Graetz auf keinen Fall. Statt in den Herbstferien Ausflüge zu unternehmen, geht es jetzt in die Umgebung. 32 Mädchen und Jungen sind in der OGS-Ferienbetreuung.

Vielleicht können in den Weihnachtsferien wieder Ausflüge stattfinden. Wenn es mit der Ticket-Erstattung doch noch irgendwann klappt. Die OGS-Leiterin möchte sich nicht kleinkriegen lassen, wenn sie auch langsam verzweifelt. Gestern hat Martina Graetz nämlich sage und schreibe acht Schreiben vom Servicecenter bekommen mit acht verschiedenen Vorgangsnummern. Und auf allen Briefen steht: „Ihr Anliegen von Nachrodt nach Iserlohn.“ Iserlohn? Interessant.

Auszahlung angestoßen

Möglicherweise ist eine aktuelle Nachricht von Dirk Pohlmann, Pressesprecher NRW der Deutsche Bahn AG, die Rettung. Er schreibt: „Soeben habe ich die Mitteilung bekommen, dass die Auszahlung der Beträge angestoßen wurde. Wir bitten um Entschuldigung für die aufgetretenen Verzögerungen.“

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