Nach Aus für "Deckel gegen Polio": Neue Sammelaktion in der Bücherei

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Die Caritasbox präsentiert Büchereileiterin Gaby Beil.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Initiatoren haben die bundesweite Aktion "Deckel gegen Polio" beendet. Nun wird für andere soziale Projekte in der Bücherei gesammelt.

Elf Sammelstellen gab es in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde für die Aktion „Deckel gegen Polio“, zwei davon in der Doppelgemeinde: in der Bücherei und in der Sekundarschule am Holensiepen. Jetzt wurde das Projekt, das half, Kinderlähmung zu bekämpfen, bundesweit eingestellt. Sehr zum Bedauern von Büchereileiterin Gaby Beil. 

Melchior Ossenberg-Engels und Volker Kluczka vom Rotary Club Altena-Werdohl-Plettenberg hatten ihr im September 2017 die Sammeltonne übergeben. „Die Aktion wurde hier großartig angenommen. In den zwei Jahren wurde die Tonne vier Mal abgeholt.“

1105 Tonnen Deckel für 3,3 Millionen Impfungen

Gesammelt wurden für die Aktion „Deckel gegen Polio“ Plastikdeckel, aber auch andere Kleinteile aus Hartplastik. Von Deutschland aus wurden die Gelder für das weltweite Projekt „End Polio Now“ verwaltet und aus diesem Topf die Schluckimpfungen finanziert.  

Der Verein „Deckel drauf“ war 2014 gegründet worden. Heute, fünf Jahre später, schaut er auf insgesamt 1105 Tonnen gesammelte Deckel zurück, deren Verkaufserlös von rund 270 000 Euro 3,315 Millionen Impfungen finanzieren konnten. 

Das Aus hat verschiedene Gründe: So ist den fünf Ehrenamtlichen die Luft ausgegangen. „Wir sind vom Erfolg überrollt worden. Das Projekt ist inzwischen so groß geworden, dass es für eine Handvoll Ehrenamtliche in ihrer Freizeit nicht mehr ordentlich betrieben werden kann“, sagt das Team von „Deckel drauf.“ 

Caritasbox steht in der Bücherei

Zudem hat die EU in ihrer Kunststoffstrategie festgelegt, dass künftig die Deckel fest mit den Flaschen verbunden sein müssen. „Uns geht also mittelfristig das Sammelmaterial aus“, heißt es im Rundschreiben an alle Sammelstellen. 

Nun hat sich Büchereileiterin Gaby Beil um eine Anschlussaktion zum Thema Recycling in der Bücherei gekümmert. Jetzt steht eine große Caritasbox zwischen den Büchern. Diese ist eine Aktion der Caritas und der Interseroh Product Cycle GmbH. „Damit entlasten wir die Umwelt und gewinnen Geld für Projekte, die Menschen in Not unterstützen“, heißt es von der Caritas. 

Seit 2006 flossen 709 793,88 Euro in soziale Projekte. Gesammelt werden Druckerpatronen aus Laser- und Tintenstrahldruckern sowie aus Laserkopierern und -faxgeräten. Die in der Caritasbox gesammelten leeren Druckerpatronen werden gereinigt, aufbereitet und neu befüllt. 

Als „Refill“ gekennzeichnet, gelangen diese Patronen ein zweites Mal in den Handel und sparen so Rohstoffe und energetisch aufwendige Produktionsverfahren, wie die Herstellung von Aluminiumbauteilen in Toner-Kartuschen. 

Alte Patronen neu gefüllt

Auch alte, aber funktionstüchtige Handys können in die Sammelbox geworfen werden. Der Caritasverband erhält für jede Sammelbox eine Gutschrift. Die Höhe der Gelder für die einzelnen Regionen entspricht der Anzahl der Boxen, die in dieser Gegend eingesammelt werden. 

Wer seine leere Druckerpatronen in der Bücherei abgibt, kann gleich nach den Bücher-Neuerscheinungen fragen. Büchereileiterin Gaby Beil bestellt vier Mal im Jahr neuen Lesestoff. „Das sind 300 Neuerscheinungen im Jahr“, sagt die Büchereileiterin. Mit dem Bücherei-Budget in Höhe von 5000 Euro kann sie für ihre Leser immer auf dem neuesten Stand der Literatur sein. 

Aktuell erwartet sie eine Lieferung von Krimis und Thrillern, die sehr nachgefragt sind. So gibt es den Thriller „Auris“ beispielsweise von Vincent Kliesch oder „Die letzte Witwe“ von Karin Slaughter und „Ein Sohn ist uns gegeben“ von Donna Leon. 

Junge Interessierte, besonders Mädchen, dürfen sich auf „Conny und das wilde Pony“ und „Conny und die Reise ans Meer“ von Julia Boehme freuen. Jungs, so sagt Gaby Beil, greifen immer wieder gern zu Gregs Tagebuch, ein Comic-Roman, der mittlerweile 14 Teile hat.

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