Lenne-Auen sind Heimat für eine Vielzahl von Vögeln

+
Insgesamt 13 Naturfreunde nahmen am Himmelfahrtstag an der Vogelbeobachtung teil. Dietrich Daub (3. v.r.) führte die Exkursion in die Lenne-Auen an.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Chantal, Celine und Noah staunten nicht schlecht, als ihnen Dietrich Daub erklärte, welche Vogelarten es im Naturschutzgebiet hinter dem Gelände der Einsaler Walzwerke zu sehen, zumindest aber zu hören gibt. Die drei Zehnjährigen nahmen an der Exkursion des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) am Himmelfahrtstag teil.

Nabu-Mitglied Dietrich Daub führte 13 Naturfreunde in die Vogelwelt an der Lenne und berichtete von Wasseramseln, Stock- und Reiherenten, Eisvögeln, Kormoranen und auch Nilgänsen. Auch Gebirgs- und Bachstelzen hätten im Naturschutzgebiet ihre Brutplätze, erklärte er. All diese Vogelarten kämen in mehr oder weniger großen Populationen an der Lenne vor. Die Nilgänse, so Daub, hätten sich erst in den vergangenen Jahren dort angesiedelt und seit kurzem seien auch vereinzelt Kanadagänse zu beobachten. Sie stammen, wie schon der Name verrät, aus Nordamerika. So ganz genau weiß aber niemand, wie diese Vögel mit dem charakteristischen schwarzen Kopf und Hals und dem ausgedehnten weißen Kinnband in das Nachrodter Naturschutzgebiet gelangt sind.

An der Exkursion nahm auch Patrick Schnorrenberg teil, selbst seit mehr als zehn Jahren Mitglied im Nabu. Da er regelmäßig an den Führungen teilnimmt, konnte er erklären, warum sich eine solche Vielzahl von Vogelarten auf einem doch relativ kleinen Gebiet finden lässt. „Da ist zum einen das Fließgewässer“, sagte er. „Und an den Hängen befindet sich alter Baumbestand wie Ulme und Eiche“. Daub ergänzte: „Die Lenne ist zwar kein Strom aber auch kein Bach. Das bedeutet, dass gerade die Entenarten hier einen großen Freiraum haben“. Auch könnten sie durch Sog oder Strudel nicht gefährdet werden.

Doch die Exkursionsteilnehmer erhielten nicht nur Informationen über die Fauna, auch die Flora kam nicht zu kurz. So berichtete Friedrich Petrasch, der ebenfalls vom Nabu angebotene Führungen leitet, von der Knoblauchrauke. „Die Blätter sind ganz weich und lassen sich zwischen den Fingern zerreiben und dann auch essen“, sagte Petrasch und demonstrierte das auch sofort. Einige Interessenten taten es ihm nach. „Oh, schmeckt ja nach Knoblauch“, war die einhellige Meinung. Das dürfte dann wohl auch den Namen dieser Pflanze erklären.

Viele der Pflanzen am Wegesrand, die gemeinhin keine Beachtung finden, rückten Daub und Petrasch ins den Mittelpunkt des Interesses. Sie sähen nicht nur toll aus, versicherten die beiden Naturschützer, sondern seien auch essbar – auch wenn die geschmacklichen Varianten nicht jedermanns Fall seien.

Während sich die Pflanzen der Begutachtung nicht entziehen konnten, sah das bezüglich der Vogelwelt dann doch schon ein wenig anders aus. „Das ist das Problem“, schmunzelte Daub. „Man kann die Vögel zwar hören aber oft nicht sehen. Die kommen nicht auf Zuruf“. Bis auf die Reiherenten. Die zeigten sich in voller Schönheit. Den Namen tragen sie im übrigen deswegen, weil die Erpel eine Federhaube auf dem Kopf tragen, die an einen Reiher erinnert. Und dem stehen in der Regel immer „die Haare zu Berge“.

Die rund zweistündige Wanderung durch das Naturschutzgebiet begeisterte alle Teilnehmer, wie zum Beispiel Margot Kunze aus Altena. Sie interessiert sich schon seit ihrer Kindheit für die Natur und fand die Ausführungen des Exkursionsleiters Daub, der sich mit Unterstützung von Petrasch um jeden einzelnen Teilnehmer kümmerte, sehr lehrreich. Auch Elke Grewe ging, wie fast alle mit Fernrohr ausgestattet, an die Beobachtung der Natur. „Ich hoffe, dass ich mal die Vögel zu sehen kriege, die immer das Futterhaus bei uns belagern. Die sehen toll aus, aber ich weiß nicht, was es für Vögel sind.“ Möglicherweise konnte die Exkursion ja die eine oder andere Wissenslücke schließen. ▪ Hartwig Bröer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare