Zum Muttertag: Mütter haben in Zeiten von Corona keinen leichten Job

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Genießen die Zeit zusammen: Ina Litz und ihre Kindern Leonas und Milena. Doch einfach ist das Familienleben in Zeiten von Corona nicht immer für die Mutter.

Nachrodt-Wiblingwerde - Homeoffice – endlich Familie und Beruf unter einen Hut bringen. Arbeiten, während die Kinder friedlich im Sandkasten spielen. Jede Mutter weiß: Das ist eine Illusion. Der Alltag in der Coronakrise ist ein ganz anderer und gewiss nicht immer leicht. Daher bekommen viele Mütter am morgigen Muttertag ein besonderes Dankeschön für ihre Geduld.

„Corona hat natürlich nicht nur schlechte Seiten für das Familienleben, aber es macht auch vieles nicht gerade leichter und hat in den letzten Wochen doch einiges in unserem Leben verändert“, erzählt Ina Litz. Die Opperhusenerin ist gerade dabei, das neue Hochbeet im Garten herzurichten. Gar nicht so leicht, denn der zweijährige Leonas räumt derweil das Gartenhaus um. Er ist auf der Suche nach Material, das er mit seinem Trampeltrecker transportieren kann. Die fünfjährige Milena pflückt derweil die Blätter von den Bäumen. „Ich bin ein Affe, und das sind meine Bananen“, sagt sie und hüpft durch den Garten. Immer wieder wird die Arbeit von dem kleinen Affen und dem fleißigen Traktorfahrer unterbrochen. „Es ist nicht so, dass man gar nichts nebenher schafft, aber am Stück konzentriert arbeiten geht definitiv nur, wenn die beiden schlafen oder der Papa da ist“, erzählt Ina Litz.

Die Familie hat aber Glück, dass die Mutter komplett zuhause bleiben kann. Sie arbeitet in der ambulanten Anästhesie. Solche Behandlungen finden aktuell allerdings nicht statt. „Diese Entschleunigung ist auch schön. Man hat nicht diesen Termindruck und hetzt nicht von A nach B. Die Schwierigkeit liegt jetzt eher darin, den Kindern weiterhin Strukturen zu geben und den Alltag logistisch zu meistern“, sagt Ina Litz.

Dinge, die sonst im Kindergarten gemacht wurden, werden nun Zuhause umgesetzt. „Milena hat im Kindergarten gerne gebastelt. Jetzt machen wir das halt hier zuhause. Ein- bis zweimal in der Woche machen wir ein Frühstück im Wald, um den Kindern auch mal ein Highlight zu bieten“, erzählt die Mutter. Insgesamt gehe es ihr und ihrer Familie aber gut. „Wir haben hier doch Luxus. Ein Haus mit Garten und Wald direkt vor der Tür. Außerdem hatten wir ja fast nur super Wetter.“ Andere Familien treffe die Situation viel härter. Hochhaus, kleine Wohnung, kaum Raum zum Spielen. Wenn dann noch finanzielle Sorgen durch Kurzarbeit oder coronabedingter Kündigung die Eltern plagen, sei die Lage eine ganz andere. „Natürlich gibt es Momente, in den Corona einfach nur nervt“, gibt die Mutter offen zu. Manchmal falle auch ihr die Decke auf den Kopf. „Vor allem die sozialen Kontakte fehlen. Abends bin ich richtig froh, wenn mein Mann kommt und wir uns mal unterhalten. Entspannt in Ruhe telefonieren mit Freundinnen geht mit den Kindern meist auch nicht wirklich.“

Vor drei Wochen traf es die Familie besonders hart. Als potenzielle Kontaktpersonen mussten sie in häusliche Quarantäne, durften sich nur im Haus und im Garten aufhalten bis sich schließlich herausstellte, dass weder sie noch Kontaktpersonen sich mit dem Virus infiziert hatten.

„Natürlich verändert einen diese Situation. Man nimmt einige Dinge viel intensiver wahr, was vielleicht im Alltag unterginge“, sagt Ina Litz. So habe sie endlich die Zeit gefunden, einen kleinen Gemüsegarten anzulegen. Jetzt beobachtet sie mit den Kindern, wie die Pflanzen wachsen und kann sich mit ihnen darum kümmern.

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