Mit Dirndl und Lederhose in den Hafen der Ehe

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Katrin Sabrina Reitmeyer und Daniel kehrten anlässlich ihrer Eheschließung zu ihren Wurzeln zurück und heirateten im rustikalen Ambiente der Heimatstube.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Als Kind hatte Katrin Sabrina Reitmeyer mit ihren Großeltern oft den Spielplatz gegenüber der Heimatstube besucht. Die schönen Erinnerungen an diesen Ort veranlassten sie Jahre später dazu, an diesem Ort auch zu heiraten. Gestern gab sie sich dort Daniel Rommel das Ja-Wort. Dass das Paar in traditioneller bayerischer Tracht in den Bund der Ehe trat, hat auch einen Grund.

Die Eheschließung in Dirndl und Krachlederner ist der neuen Heimat des Paares geschuldet: Das ursprünglich in Altena und Iserlohn beheimatete Paar zog es im August 2012 beruflich nach München. Um Familien und Freundeskreis eine weite Anreise zu ersparen, entschieden sich die Verlobten für ein Aufgebot in ihrer alten Heimat. Am Samstag wird die Ehe in Hohenlimburg auch kirchlich geschlossen und anschließend findet in Iserlohn die große Feier statt.

„Die Heimatstube passte ganz vorzüglich zu der Idee, im Dirndl zu heiraten“, erklärte die Braut gestern. „Und wenn man die Augen ganz fest zukneift, kann man auch hier in Wiblingwerde die Alpen erkennen“, fügte sie lachend an. Ihr Dirndl war kein traditionelles Hochzeitsdirndl, das in Bayern natürlich in reinem Weiß ausfällt. „Wir hatten Lust auf einen Farbtupfer, deshalb haben wir die bunte Kleidung gewählt.“

Zu einem unvergesslichen Erlebnis ließ gestern der Heimat- und Verkehrsverein schon die standesamtliche Trauung werden: Die Mitglieder begrüßten die Eheleute und ihre Gäste in historischer Kleidung und hatten alles für einen schönen Empfang der Gesellschaft vorbereitet.

Im Obergeschoss der Heimatstube ist ein Trauzimmer mit Platz für rund 20 Personen eingerichtet. Wer den rustikalen, ursprünglichen und nostalgischen Hintergrund für seine Eheschließung sucht, zahlt für die Ambientetrauung übrigens eine Zusatzgebühr von 38 Euro.

Zweite Anlaufstelle für Ambientetrauungen ist auf Gemeindegebiet das Schlosshotel Holzrichter. Dort wird eine Gebühr von 150 Euro erhoben, während das Standesamt der Gemeinde 25 Euro für die Durchführung der Eheschließung verlangt. Samstagstrauungen sind generell ein wenig teurer: 66 Euro kostet es ein Paar, wenn es die Ehe am Wochenende schließen will.

Nicht zu vergessen ist das Standesamt im Amtshaus, wo Paare im klassischen Trauzimmer und ohne zusätzliche Gebühren in den Stand der Ehe treten können.

Eine Garantie auf lange Haltbarkeit der Ehe gibt keiner der Orte, doch davon sollten sich Paare generell nicht schrecken lassen: Katrin Sabrina Reitmeyer, die seit gestern wie ihr frisch angetrauter Ehemann Daniel mit Nachnamen Rommel heißt, kennt die Mär vom Schrecken, der einer an einem Montag geschlossenen Ehe vorausgesagt wird. Allerdings hatte sich das Paar gestern genau vor vier Jahren den ersten Kuss gegeben und an diesem Tag beschlossen, seinen Weg von nun an gemeinsam gehen zu wollen. „Für uns zählt das – und nicht der Wochentag“, sagten die Frischvermählten bestimmt. ▪ Ina Hornemann

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