Müllsammelaktion

Neues Format hat sich bewährt

Müllsammlung Nawi Corona
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Christiane Lange und Beate Remmert sammelten in Nachrodt-Wiblingwerde.

Mit Abstand und gut eingeteilt: Auch in Zeiten von Corona räumen Bürger in Nachrodt-Wiblingwerde ihre Gemeinde auf. Das neue Format hat sich so gut bewährt, dass es beibehalten werden soll.

Nachrodt-Wiblingwerde – Unterhosen in der Böschung. Die berechtigte Frage, die sich die Müllsammler entsetzt stellen: Wer schmeißt seine „Schlüppis“ an den Straßenrand? Zwei Exemplare haben Elke und Nico Napierkowski gefunden. „Wir haben heute zwei Stunden Müll gesammelt“, erzählen die Nachrodter, die über die Serpentinen bis zum Salzlager unterwegs waren. Ihre Beute: Jede Menge Unrat, darunter besagte Unterhosen, eine Einmal-Spritze und knapp 80 Flaschen und Gläser.

80 Flschen und Gläser gefunden

Nach einem recht langsamen Start sind die Müllwochen jetzt im Turbo-Tempo. Die Aktion läuft bis zum 24. April: Wer noch mitmachen möchte, kann sich unter 0 23 52/ 93 83-17, -32 oder -33 melden. Wichtig sind die Angaben, an welchem Tag, in welchem Bereich gesammelt wird und wie viele Zangen, Müllsäcke sowie Handschuhe benötigt werden. Die Utensilien werden von der Gemeindeverwaltung gebracht.

Es läuft wirklich gut.

Sebastian Putz

„Es läuft wirklich gut“, sagt Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz, der bis heute 33 Bürger zählt, die sich mit Müllbeuteln und -zangen auf den Weg gemacht haben. Zu tun gibt es augenscheinlich viel. Ein Müllsammler, so erzählt Sebastian Putz, wollte auch an einer Böschung zur Lenne tätig werden, wovon er aber abgeraten hat. „Wir müssen das Gefährdungsrisiko so gering wie möglich halten, auch wenn es dem Bürger eine Herzensangelegenheit war.“ Schade für alle Ehrenamtlichen, die den achtlos weggeworfenen Müll anderer aufsammeln, ist, dass das gemeinschaftlich Grillen als Dankeschön coronabedingt ausfallen muss.

Viel Müll am Parkplatz der Turnhalle

„Unsere Gemeinde soll schöner werden“ heißt der Slogan – und er ist vielen Menschen wichtig. Auch Christiane Lange und Beate Remmert beispielsweise, die Wiblingwerde unter ihre Fittiche genommen haben. „Im Dorf, rund um die Kirche, am Friedhof, an den Sportstätten“, erzählt die UWG-Ratsfrau Christiane Lange. Ihre Mitstreiter der Unabhängigen Wählergemeinschaft strömten am Samstag im ganzen Gemeindegebiet aus, um dem Müll Herr zu werden. „Ganz extrem war es am Parkplatz der Turnhalle“, erzählt Christiane Lange von weggeworfenen Pizzakartons und anderen Hinterlassenschaften.

Das Grilllen fäöllt diesmal aus

Gefunden hat sie mit ihrer Begleitung auch Binden, Kondome und Schnapsflaschen. Da kam bei den Müllsammlern keine Freude auf. „Und an der Bushaltestelle am Ortseingang Wiblingwerde sah es auch aus wie Sau“, so die UWG-Ratsfrau und ergänzt: „Da stehen zwei Mülleimer, aber die Sachen landen trotzdem im Gestrüpp.“ Die Müllwochen sind augenscheinlich wichtiger denn je. Dass man statt eines Müll-Tages gleich mehrere Wochen sammelt, möchte Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz auch nach Corona so beibehalten. „Nicht jeder hat Lust und Zeit, an einem bestimmten Samstag Müll zu sammeln, und möchte vielleicht viel lieber an einem anderen Tag gehen. Und dann machen wir zum Abschluss der Müllwochen für alle ein gemeinsames Grillen. Als Dankeschön und zum Austausch untereinander. Da sich die Müllsammler anmelden, wissen wir ja, wer dabei war“, blickt Sebastian Putz auf das kommende Jahr und schickt an alle Müllsammler ein riesiges Dankeschön.

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