Diskussion um Müllberge in der Gemeinde: SPD scheitert mit Lösungsvorschlag

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Der Müll auf den Straßen ärgert die Nachrodt-Wiblingwerder.

Nachrodt-Wiblingwerde – Der Müll nervt viele Bürger: Immer kippen Leute an den Straßen ihren Unrat ab. Die SPD will das Problem mit einem Gemeindepfleger lösen - und scheiterte.

„Wir verstehen unsere Anträge auch als Ergänzung zum Gemeindeentwicklungsplan. Es werden in den nächsten Jahren etliche Investitionen getätigt, aber das infrastrukturelle Umfeld sehen wir noch nicht“, erklärte Gerd Schröder, Fraktionsvorsitzender der SPD, die Antrags-„Flut“ seiner Fraktion, die während der letzten Sitzung des Rates vor der Sommerpause einen Gesprächs-Marathon zur Folge hatte. 

Mit dem Ergebnis können die Sozialdemokraten durchaus zufrieden sein, wenn auch das eine oder andere Thema sehr kontrovers diskutiert wurde. Und bei manchen Dingen bissen die SPDler auf Granit. Nur vier Ja-Stimmen bekam ihr Vorschlag, einen Gemeindepfleger auf 450-Euro-Basis einzustellen.

 „Die Zusammenarbeit mit dem Altenaer Bauhof funktioniert gut, allerdings funktioniert es nicht im Detail, nicht im Kleinen. Wir beobachten immer wieder Müllberge und dass die Straßenränder schnell zuwachsen. Ein Gemeindepfleger kostet nicht viel, und es würde ein besseres und sauberes Bild abgeben, als wir es bisher haben“, argumentierte Gerd Schröder. 

Um zehn Prozent sind die produktiven Stunden 2018 beim Bauhof heruntergegangen. „Das sind fast zwei Stellen. Leute sind langzeiterkrankt“, sagte Bürgermeisterin Birgit Tupat und findet es eher „zu begrüßen, Neueinstellungen zu ermöglichen“. 

Eine Parallelverwaltung zum Bauhof aufzubauen, hält sie für wenig glücklich. Unstrittig, meinte Jens-Philipp Olschewski, Fraktionsvorsitzender der CDU, gebe es oft viel Müll an den Containerstandorten. „Ich glaube aber nicht, dass es der richtige Weg ist, einen Gemeindepfleger einzustellen. Man sollte erst einmal mit dem Bauhof sprechen. Das ist der faire Weg. Und man sollte prüfen, ob es eine Möglichkeit für die Bürger gibt, die Verwaltung direkt zu informieren.“ 

So sieht es auch Petra Triches, Fraktionssprecherin der UWG: „Wir können keinen Parallel-Bauhof aufbauen. Die Müllberge sind überall. Die Leute werden einfach nicht schlau. Wenn man jemanden erwischt, der Müll ablädt, muss man hohe Strafen ansetzen, damit das abschreckt. Da nützt auch kein Gemeindepfleger.“ 

Ulrich Gülicher, CDU, und im Beirat des Bauhofes, brach eine Lanze für den Bauhof: „Wenn es eine Mitteilung gibt, werden die Bauhofmitarbeiter sofort tätig. Volker Richter ist sehr kooperativ.“ Und auch Rita Joergens (SPD) lobte: „Dienstags und donnerstags ist der Containerstandort Helbecke tipi-topi. Morgens. Abends stehen schon wieder die Plastikkörbe und Umzugsutensilien dort. Ich habe langsam den Eindruck, dass Leute aus anderen Gemeinden ihren Müll hier anfahren. Am Salzlager wurden Windeln gefunden.“ 

Rita Joergens fand im Müll auch schon mal eine Adresse und kontaktierte den Verursacher: „Der ist abends gekommen und hat es wieder weggeräumt. Das ist ein Gesellschaftsproblem.“ Die SPD sieht ihren Antrag nicht als ein Arbeiten gegen den Bauhof, wie Aykut Aggül erklärte. „Es ist nur eine Unterstützung. Wir wissen alle ganz genau, dass 2016 ein Neubürger für 1,50 Euro Stundenlohn am Amtshaus sauber gemacht hat. Seitdem er nicht mehr in der Gemeinde wohnt, sehen wir, wie ungepflegt der Bereich aussieht.“ 

Auch Ronny Sachse appellierte an die Mitstreiter: „Natürlich können die Leute beim Bauhof anrufen, aber wenn das tatsächlich alle täten, würde das Telefon nicht mehr stillstehen. Wir wollen eine schöne Gemeinde haben, eine saubere Gemeinde. Das kann doch nur im Interesse aller sein. Ich glaube auch nicht, dass es besser werden würde, wenn zwei neue Leute beim Bauhof eingestellt würden.“ 

Hoch her ging die Diskussion, an der sich schließlich fast alle Ratsmitglieder beteiligten. Dabei ging es auch um die Pflege der Grünflächen. Tatsächlich gibt es ein Grünflächenkataster mit aufgelisteten Flächen, die zu mähen sind. Einige wöchentlich, andere einmal im Jahr. „Nach diesem Plan geht der Bauhof vor. Man muss den Bauhof personell stärken. Bei zwei Organisationen, die sich um dieselbe Arbeit kümmern, gibt es nur ein Durcheinander“, meinte Bauamtsleiter Dirk Röding. 

Sonja Hammerschmidt (UWG) schlug vor, den Kehrwagen wieder in Nachrodt-Wiblingwerde fahren zu lassen. „Man sollte prüfen, was das kostet.“ Dadurch würden die Straßenränder immer wieder gesäubert, und Unkraut könne gar nicht erst wachsen. „Es wäre ein Zeichen, dass etwas gemacht wird."

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