Sieht es allerorts aus „wie Hulle“?

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Es sprießt und vermüllt – wie hier am Ort des ehemaligen Flüchtlingsheim Hagener Straße 114.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Wir ersticken im Müll: Die Welt steht auf der Kippe, und die Kirchenmaus ist auch nicht mehr arm“, soll der deutsche Immunbiologe Gerhard Uhlenbruck einmal gesagt haben. Die Mäuse waren bei den Mitgliedern des Rates kein Thema, wohl aber der Dreck, der – wie die SPD-Mitglieder während der Sitzung im Schlosshotel Holzrichter meinten – , allerorts in der Gemeinde zu finden ist. "Wir vermüllen hier", meinte Christian Pohlmann.

 Es war ein Thema, das so kontrovers diskutiert wurde und dermaßen die Gemüter erhitzte, dass Bürgermeisterin Birgit Tupat irgendwann den Schlusspunkt setzen musste.  Sieht es in der Doppelgemeinde aus „wie Hulle?“ Darüber waren sich die Kommunalpolitiker nicht einig. „Seit vier Wochen liegt ein Reifen an der Einmündung zur Bundesstraße, wenn man am Denkmal runterfährt. Wird das nicht gesehen? Oder wartet man auf die Müllsammelaktion, bis die Ehrenamtlichen das wegräumen?“, fragte Aykut Aggül (SPD) provokant. Zudem seien auch die Bushaltestellen Sparkasse und ehemaliges Flüchtlingsheim zugewuchert und müssten freigeschnitten werden.

„Wir vermüllen hier in der Gemeinde“, meinte auch Christian Pohlmann (SPD). Dadurch, dass es die interkommunale Zusammenarbeit mit Altena gebe, habe er das Gefühl, dass mehr Müll ‘rumliege, weniger Hecken geschnitten würden. „Es wäre schön, wenn beim Bauhof dafür sensibilisiert würde“, so Pohlmann. Ein dritter Sozialdemokrat sah es ebenso: Ronny Sachse. „Die Straßen und Plätze sehen überall nicht besonders schön aus, beispielsweise die Rabatten an der Hagener Straße, Unkraut sprießt an allen Ecken und Kanten.“

Eine Straßenreinigung gibt es nicht. Aber im vergangenen Jahr wurde, so Bürgermeisterin Birgit Tupat, mit einem Heißwassergerät gegen das Unkraut vorgegangen. „Je öfter man das nutzt, umso schneller gehen die Pflanzen auch kaputt. Gerade in den Rinnsteinen haben wir das Problem, dass sich dort die Samen einsetzen.“

Doch zurück zum Müll: „In der Gemeinde gibt es wenig Schmuddelecken. Wir hatten an der Brenscheider Mühle 28 blaue Säcke Müll. Da habe ich bei der Gemeinde angerufen und dann war das nach zwei Tagen weg. Ganz einfach“, so Hans-Jürgen Hohage (UWG). Sein Kollege Walter Voss ärgerte sich augenscheinlich maßlos über die von der SPD angestoßene Debatte und wies die Kritik am Bauhof zurück. „Es tut mir leid, wenn die SPD nicht mehr zu sagen hat.“ Die Grünanlagen würden gut gepflegt, „wesentlich besser, als es einst war.“

Verpackung von Kibbeling: augenscheinlich aus einem fahrenden Wagen geworfen.

Ulrich Gülicher (CDU), Mitglied im Beirat vom Bauhof, ist der Ansicht, dass die Zusammenarbeit geschmeidig läuft. „Die Gemeinde hat sich durchaus nicht verschlechtert. Wir müssen der Bürgermeisterin nur Geld bewilligen, dann wird auch alles aufgesammelt, was auf der Straße liegt.“

Und es liegt viel: Denn augenscheinlich werfen die Menschen gern ihren Müll aus ihren Autos. Unterwegs. Einfach so. An den Hängen und Grünflächen der Bundesstraße, wo die Gemeinde nur für die Gehwege verantwortlich ist, ist es der Landesbetrieb, der grundsätzlich dafür zuständig ist. Um den Müll aus dem Gestrüpp zu „fischen“, müsste die Straße immer halbseitig gesperrt werden. „Doch selbst bei uns im Kapellenweg, wo eigentlich kaum ein Auto fährt, entsorgen die Leute ihren McDonalds-Müll“, so Sonja Hammerschmidt (UWG) und ergänzt: „Alle reden von Müllvermeidung. Aber das kommt einfach nicht an. Da können wir uns noch so auf die Hinterbeine stellen.

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