Angeln erlaubt, aber klare Ansage

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Christian Neuhaus und Thorsten Fitz setzten am Obergraben ein Zeichen für ein friedliches Miteinander.

 Nachrodt-Wiblingwerde – Die Nachrodt-Wiblingwerder Angler greifen hart gegen schwarze Schafe im eigenen Verein durch. Immer wieder hatte es in den vergangenen Wochen und Monaten Ärger am Obergraben – zwischen Boxenstopp und AGN – gegeben. Nun gab es ein ernstes Gespräch und offensichtlich eine Lösung.

„Wir machen heute explizit auch hier sauber. Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir wirklich um ein friedliches Miteinander bemüht sind“, sagte Thorsten Fitz, Vorsitzender des Angelfischervereins Nachrodt, im Rahmen der Lennereinigung des Vereins. Wie bereits berichtet, hatte Grundstückseigentümer Helge Lobbe Schilder aufgestellt und das Angeln an einigen Stellen seines Geländes verboten. 

Der Grund: Jede Menge Müll und Falschparker, die mögliche Rettungswege und Zufahrten versperren. Thorsten Fitz gibt offen zu, dass es in dem Bereich Vereinsmitglieder gibt, die sich nicht richtig verhalten und ist sauer: „Angeln hat etwas mit Natur erleben zu tun. Und mit dem pfleglichen Umgang damit. Wenn hier die Kippen einfach auf den Boden geschmissen, Köder über die Kabel geworfen werden und es auch menschlich manchmal schwierig ist, ist das falsch.“ 

Der Vorsitzende kann den Unmut von Grundstückseigentümer Helge Lobbe und Boxenstopp-Betreiber Christian Waleczek zwar nachvollziehen, dennoch betont er, dass den Mitgliedern das Angeln und der Zugang zum Wasser nicht verwehrt werden kann. „Das stimmt“, sagt Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises. Denn inzwischen ist auch die Untere Fischereibehörde in den Fall involviert. „In Paragraf 20 des Landesfischereigesetzes, muss der Zugang zu den Gewässern gewährleistet sein“, erklärte der Pressesprecher. Allerdings betonte Hendrik Klein auch, dass es sich bei den Streitpunkten auch um Ordnungswidrigkeiten handle, also man das als Eigentümer nicht einfach hinnehmen müsse. 

Vermehrt haben wir aber beobachtet, dass hinter unseren Wagen gepinkelt wird

Boxenstopp-Betreiber Christian Waleczek berichtet nicht nur von Müll, sondern auch von Wildurinieren: „Ich habe angeboten, dass das Toilettenhäuschen benutzt werden kann. Vermehrt haben wir aber beobachtet, dass hinter unseren Wagen gepinkelt wird – so etwas geht einfach gar nicht.“ Ein klärendes Gespräch habe in Beleidigungen und Drohungen geendet. Fitz weiß, dass es in dem Streit um mehr geht. „Das Parken ist definitiv auch ein Problem. Es wird rückwärts an die Wasserkante gefahren und dann einfach aus dem Kofferraum heraus geangelt. Es ist die einzige Stelle, wo kein Fußmarsch nötig ist. Aber so werden Rettungswege und Einfahrten blockiert. 

Das werden wir als Verein von unseren Mitgliedern nicht mehr dulden“, betonte der Vorsitzende. Inzwischen habe zwischen Helge Lobbe und Thorsten Fitz ein weiteres Gespräch stattgefunden. Und man habe sich vorerst geeinigt. „Wir dürfen angeln, werden aber in diesem Bereich sehr streng kontrollieren und haben einen vereinsinternen Bußgeldkatalog entworfen, der für diesen Bereich künftig gilt“, erklärte Fitz. 

Helge Lobbe betonte: „Ich habe kein Problem mit den Anglern, wenn sie keine Müllberge hinterlassen und ordentlich parken. Ich denke, wir haben gemeinsam eine Lösung gefunden.“ Sebastian Putz vom Ordnungsamt hat den Bereich ebenfalls im Auge. „Finden Ordnungswidrigkeiten statt, ist es wichtig, Zeugen zuhaben“, erklärte der Ordnungsamtsleiter. Dann werde man auch rechtliche Schritte einleiten. „Wir hoffen, dass wir jetzt eine Lösung für alle gefunden haben. Es ist einfach schade, wenn ein ganzer Verein unter dem Fehlverhalten einiger weniger leiden muss“, sagt Fitz. Dass die Angler um ein sauberes Revier bemüht sind, zeigten sie bei der Lennereinigung. Durch Corona war es die erste des Jahres. Neben Müllsammeln und Wege freischneiden, stand auch die Beseitigung von Riesenbärenklau an.

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