Motorräder haben im Wald nichts zu suchen

Crosser sorgen für Ärger

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Förster Christof Schäfer an einer der Schadensstellen.

Nachrodt-Wiblingwerde - Schon länger sorgen sie für Ärger, aber jetzt ist die Schmerzgrenze überschritten. Motocrossfahrer haben in den Wiblingwerder Wäldern massive Schäden angerichtet. Mindestens vier Waldbesitzer sind betroffen. Die Waldbesitzer und Förster Christof Schäfer sind sauer. Beim Blick in den Wald zwischen Herlsen, Wiblingwerde und Ahorn wird das Ausmaß deutlich. Tiefe Fahrspuren sind in den Hängen zu sehen.

 Dort wo die Wirtschaftswege überquert wurden, liegen dicke Steine und Äste, die aus dem Hang herunter getragen wurden. „Die Schäden sind massiv. Durch die tiefen Furchen wird demnächst das Wasser fließen, Erdreich abtragen“, erklärt Förster Christof Schäfer. Die Spuren der Motorradfahrer seien schlimmer als die, die beispielsweise ein Harvester hinterlässt.

„Die hinterlassen auch tiefe Spuren, aber die sind so, dass sie wieder zuwachsen. Hier ist der Boden zerstört“, erklärt Schäfer den Unterschied. Wie man die Schäden beseitigt, ist noch unklar. „Das ist schwierig. Noch wägen wir verschiedene Möglichkeiten ab“, so Schäfer. Fakt ist, dass nun ein wirtschaftlicher Schaden entstanden ist, der nicht unerheblich ist. Und da hört bei Schäfer und den Waldbesitzern der Spaß endgültig auf. Im Wald darf kein Motorrad oder Quad gefahren werden.

Wer es dennoch tut, muss zahlen. „Es ist eine Ordnungswidrigkeit, erklärt der Förster. Allerdings seien die Täter meist nur schwer zu überführen. Oft fehlten die Nummernschilder. „Es gab sogar schon einen, der uns ins Gesicht gesagt hat, dass er die Strafe zahlen würde, das sei ihm der Spaß wert“, berichtet Schäfer. Mit Spaß habe das aber nichts mehr zu tun. Abgesehen vom Schaden, sei die wilder Fahrerei im Wald auch gefährlich. Gerade in diesem Bereich seien viele Spaziergänger, Mountainbiker und Reiter unterwegs. Aber nicht nur rund um Herlsen gibt es Ärger mit den Motocrossern.

Auch im Bereich zwischen Wörden, Rennerde und Lasbeck wurden sie in den vergangenen Wochen mehrfach gesichtet. Auch hier gibt es in Hängen Spuren, die dadurch entstanden sein könnten. Jäger Thomas Holzrichter ist sauer. „Wir haben im Bereich Lasbeck auffällig viele tote Rehe gehabt. Ob sie angefahren wurden oder zu viel Stress hatten, kann ich nicht sagen. Fakt ist, seit wir das Problem mit den Maschinen im Wald haben, haben wir fünf tote Rehe im Bereich Lasbeck gefunden“, erzählt Holzrichter. Von nun an werden die Kontrollen verstärkt und es wird aktiv gegen die Fahrer vorgegangen. Wer Motorradfahrer im Wald sieht, sollte sich die Nummernschilder notieren und diese melden.

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