Motorradunfall tödlich, aber nicht typisch

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Der einzige tödliche Unfall auf dem Gebiet der Polizeiwache Altena ereignete sich am 20. August auf der L 692 bei Wiblingwerde: Ein 50-jähriger Motorradfahrer aus Dortmund kam dabei ums Leben. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die Zahl der Verkehrsunfälle ist in Nachrodt-Wiblingwerde im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Nach 148 Unfällen, die die Polizei im Jahr 2010 registriert hatte, waren es 2011 nur noch 136. Allerdings hat sich der folgenschwerste Unfall im Zuständigkeitsbereich der Polizweiwache Altena in der Doppelgemeinde ereignet.

Altenas Polizeichef Matthias Radtke und Polizeihauptkommissar Reinhard Berger von der Polizeidirektion Verkehr legten am Montag die Unfallstatistik für das vergangene Jahr vor und zogen für auch Nachrodt-Wiblingwerde eine insgesamt positive Bilanz. So ist die Zahl der Schwerverletzten deutlich zurückgegangen, außerdem wurden nur noch zwei (2010: acht) junge Erwachsene bei Unfällen verletzt.

Auf den ersten Blick erschreckend war jedoch die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Kinder. Sieben waren es Nachrodt-Wiblingwerde, nachdem im Jahr zuvor nur zwei verletzt worden waren. Allerdings hatte Radtke dafür eine schnelle Erklärung: Bei einem Unfall, bei dem Mitte Oktober Oktober am Bahnübergang in Einsal ein vollbesetzter Kleinbus gerammt worden war, waren allein vier Kinder verletzt worden. Radtke ist deshalb sicher, dass sich die Zahl der Kinderunfälle schnell wieder auf Normalmaß einpendeln wird. Für Nachrodt-Wiblingwerde sind das maximal drei verletzte Kinder pro Jahr.

Als erfreulich bezeichnete Radtke den leichten Rückgang bei den verletzten Jugendlichen. Der Polizeichef führte das auf verstärkte Kontrollen insbesondere in Nachrodt-Wiblingwerde zurück. Dort hatte die Polizei im vergangenen Jahr ein besonderes Auge auf Motorroller, an denen die jungen Fahrer technische Veränderungen vorgenommen haben. Das habe wohl Wirkung gezeigt, vermutet der Polizeichef.

Seltener hatte es die Polizei im Zuständigkeitsbereich der Wache Altena im vergangenen Jahr mit Motorradunfällen zu tun. Nur fünf Motorradfahrer verunglückten insgesamt. Nur ein solcher Unfall ereignete sich in der Doppelgemeinde – allerdings hatte der gleich tödliche Folgen. Am 20. August war auf der L 692 bei Wiblingwerde ein 50-jähriger Motorradfahrer aus Dortmund verunglückt und aufgrund seiner schweren Verletzungen noch am Unfallort verstorben. Allerdings passte dieser Unfall so gar nicht in das übliche Muster von Motorradunfällen. Oft sei überhöhte Geschwindigkeit die Ursache, erklärte Polizeihauptkommissar Berger. Im Wiblingwerder Fall sei es jedoch aufgrund unglücklicher Umstände zu dem Unglück gekommen, erinnerte Radtke an die Tatsache, dass der Dortmunder von einem Autofahrer übersehen worden war. Hinzu gekommen sei, dass der Motorradfahrer „Späteinsteiger“ gewesen sei und noch über wenig Fahrerfahrung verfügt habe. Das ganze Verfahren im Zusammenhang mit diesem Unfall sei im übrigen auch ein halbes Jahr nach dem Ereignis noch nicht abgeschlossen, so Radtke.

Ein Thema für die Polizei waren im vergangenen Jahr auch Unfälle, bei denen der Verursacher anschließend geflüchtet ist. 32 Mal war das in Nachrodt-Wiblingwerde der Fall – ein gegenüber 2010 praktisch unveränderter Wert. Allerdings ist die Aufklärungsquote gestiegen: Hatte die Polizei im Jahr 2010 noch rund 29 Prozent aller Unfallfluchten aufklären können, so konnte sie im abgelaufenen Jahr immerhin schon in fast 35 Prozent der Fälle den Schadensverursacher noch ausfindig machen.

Häufigste Ursachen für Unfälle mit Toten, Verletzten oder großen Sachschäden waren übrigens aus Sicht der Polizei Fehler beim Abbiegen und Wenden sowie bei der Vorfahrts- und Vorranggewährung. Hier sieht Matthias Radtke deshalb Handlungsbedarf. „Wir werden an den entsprechenden Stellen im Jahr 2012 mehr Präsenz zeigen“, kündigte er an. Für die Doppelgemeinde bedeutet das, dass die Polizei insbesondere die Ehrenmalstraße und die Ausfahrt des Edeka-Parkplatzes im Auge haben wird. Dort ereignen sich nach Worten von Polizeichef Radtke häufig Unfälle mit den genannten Ursachen. ▪ vg

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