Heimat- und Verkehrsverein öffnet Bilder-Schatztruhe

Das Haus Nachrodt anno 1892. Wo heute eine dichte Wohnbebauung ist, erstreckten sich damals weite Ackerflächen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Mehrere hundert alte Bilder und Postkarten schlummern im Archiv des Heimat- und Verkehrsvereins Nachrodt-Wiblingwerde. Diesen wertvollen Foto-Schatz will der Verein jetzt heben.

Die Fotografien zeigen die Doppelgemeinde in der „guten, alten Zeit“ und bieten Ansichten und Eindrücke von längst versunkenen Epochen: Wie sah es früher hier aus, vor der heutigen Bebauung? Was taten die Menschen? Wie waren sie bekleidet?

Der Heimat- und Verkehrsverein hat jetzt erkannt, dass da ein echter Schatz in alten Kartons und Alben schlummert und hat sich vorgenommen, ihn zu nutzen, um neue Freude und Nutzen zu stiften. Zukünftig wird jeden Monat ein Bild ausgewählt, auf etwa 20 mal 30 Zentimeter vergrößert und vervielfältigt. Diesen Druck erhalten alle Besucher – auch Nichtmitglieder – beim monatlichen Vereins-Treff kostenlos. Hermann Boshe-Plois, der 2. Vorsitzende des Heimatvereins, ist sicher: „Da wird sich über die nächsten Jahre eine Sammlung von den schönsten alten Ansichten der Doppel-Gemeinde aufbauen, zum Rahmen und Zeigen und Immer-wieder-anschauen.“

Die neue Bilder-Aktion startet am Montag, 3. Dezember, mit einem echten Highlight. Die Besucher erhalten ein bislang unbekanntes Bild von Nachrodt anno 1892. Es zeigt das klassizistische Herrenhaus Nachrodt mit seinen Nebengebäuden in ländlicher Idylle. Weit und breit ist noch keine Wohnbebauung zu sehen, und auch Evangelische Kirche steht noch nicht, denn die wurde erst später erbaut und am 6. Dezember 1904 eingeweiht. Stattdessen gibt es ausgedehnte landwirtschaftliche Flächen. „Dieses Bild stammt aus dem Besitz von Heinz-Guido von Löbbecke. Seine Vorfahren hatten vor 120 Jahren einen Fotografen aus Düsseldorf damit beauftragt, Bilder von Nachrodt und Umgebung zu machen. Der Mann reiste mit einer riesigen, schweren Plattenkamera an und machte große, gestochen scharfe Schwarz-Weiß-Fotos“, berichtet Dr. Karl-Heinz Lindenlaub, den Besitzer von Haus Nachrodt bei der Vorbereitung für seinen geplanten Heimatfilm mehrmals besucht hat. Heinz-Guido von Löbbecke hatte seine Unterstützung zugesagt, wollte sogar selber im Film mit einer Kutsche an seinem Haus, der Keimzelle von Nachrodt, vorfahren. Er übergab Lindenlaub die einzigartigen Fotos und erlaubte ihm die Nutzung.

Dann verstarb Heinz-Guido von Löbbecke im Juni, bevor die Dreharbeiten begonnen hatten. „Aber seine Fotos, die er noch kurz vor seinem Tod zur Veröffentlichung freigab, erzeugen dankbare Erinnerung an einen außergewöhnlichen, hilfsbereiten, liebenswerten, hochinteressanten Menschen“, so Lindenlaub. Für den Heimatverein sei es eine Ehre und Selbstverständlichkeit, mit diesem einzigartigen Foto die Bilder-Aktion zu beginnen.

An jedem ersten Montag im Monat treffen sich die Mitglieder des Heimat- und Verkehrsvereins in der Heimatstube neben der Grundschule in Wiblingwerde. Ab 19 Uhr ist dann für etwa eine Stunde geselliges Zusammensein und Besprechung von Vereinsthemen. Manchmal schließt sich ab etwa 20 Uhr noch eine weitere Veranstaltung an. Beim nächsten Mal (3. Dezember) zum Beispiel wird der runderneuerte Wiblingwerde-Film von Dr. Karl-Heinz Lindenlaub und Heinz-Dieter Philipp noch einmal gezeigt. Auch Nichtmitglieder sind willkommen. Der Eintritt ist frei.

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