Mofafahren ohne Schein steht oben auf der Liste

Im Jugendzentrum Nachrodter Kurve informierte Monika Baukloh (r.) am Montagnachmittag in zwanglosen Gesprächen über ihre Tätigkeit in der Jugendgerichtshilfe. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Sich auflehnen gegen gesellschaftliche Normen, auch einmal etwas Verbotenes tun – für Jugendliche und Heranwachsende gehört das Ausloten von Grenzen zum Reifeprozess dazu. Manche übertreiben es allerdings und geraten mit dem Gesetz in Konflikt, denn Ladendiebstahl, Schwarzfahren oder das Frisieren eines Mofas sind Straftaten, die auch als solche geahndet werden.

Das ist dann der Punkt, an dem die jungen Leute Bekanntschaft mit Monika Baukloh machen. Die Diplom-Sozialarbeiterin vom Kreisjugendamt ist in der Jugendhilfe im Strafverfahren tätig und unter anderem zuständig für die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde. Hier sucht sie das Gespräch mit straffällig gewordenen Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren. „Polizei oder Staatsanwaltschaft informieren uns in der Regel über solche Vorfälle. Wir nehmen dann Kontakt zu den Familien der Beschuldigten Eltern auf und bieten ihnen eine Beratung an“, erläuterte die Kiersperin am Montagnachmittag im Jugendzentrum Nachrodter Kurve, wo sie über ihre Tätigkeit informierte. Nicht jeder Beschuldigte nehme dieses Angebot an, allerdings sei die weit überwiegende Mehrheit kooperativ. Schließlich arbeiten Monika Baukloh und ihre vier Kollegen von der Jugendgerichtshilfe zum Wohl der jungen Leute. „Wir machen uns ein Bild über ihren bisherigen Werdegang sowie ihre momentane Situation, beraten und betreuen die Betroffenen vor, während und nach dem Gerichtsverfahren“, erläutert Baukloh. Deshalb sei auch das vorherige Gespräch mit den Familien so wichtig. „Sonst können wir die Beschuldigten ja nicht richtig einschätzen“, so die 31-Jährige.

Allerdings hat es Monika Baukloh in Nachrodt-Wiblingwerde eher nicht mit „schweren Jungs“ zu tun, sondern mit jugendtypischen Straftaten. „Ganz oben auf der Liste steht hier das Mofafahren ohne Führerschein“, hat sie schon erfahren. Doch auch Drogenkonsum und leichte Körperverletzungen sind Delikte, die ihren Klienten angelastet werden. Manchmal, aber nicht immer werden die dann später vom Gericht zu Sozialstunden verurteilt. Die leisten sie dann in Nachrodt-Wiblingwerde im Jugendzentrum, beim Bauhof der Gemeinde, in Seniorenheimen oder Kindergärten ab.

Jugendliche oder Familien mit Problemen erreichen Monika Baukloh über das Jugendamt im Lüdenscheider Kreishaus. Einen Kontakt kann aber auch der Regionale Soziale Dienst (RSD) herstellen, der dienstags nachmittags im Amtshaus eine Sprechstunde anbietet. Außerdem will Monika Baukloh demnächst öfter im Jugendzentrum auftauchen – „um mit den Jugendlichen warm zu werden“, wie sie es formulierte. ▪ vg

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