Mitternachtssuppe und Spaß zur Weihnachtsfeier

Gebannt beobachten Besucher das Bühnenprogramm.

Nachrodt-Wiblingwerde - Die Tische im Gemeindehaus waren weihnachtlich dekoriert. Es fehlte selbstverständlich auch nicht an einem geschmückten Baum. Wolfgang Kube, Pfarrer der evangelischen Gemeinde Nachrodt-Obstfeld, hatte zur Weihnachtsfeier ins neue Gemeindehaus eingeladen.

Rund 30 Gäste folgten der Einladung. Aber ist es für eine Weihnachtsfeier nicht ein bisschen zu spät? „Ganz im Gegenteil“, schmunzelte Kube. „Wir sind doch mittendrin in der Weihnachtszeit“. Das Rätsel, welches sich zunächst hinter der Feier versteckte, war jedoch schnell erklärt. Die Weihnachtszeit und insbesondere auch das Weihnachtsfest beziehen die meisten Menschen auf die Zeit vom 24. bis einschließlich zum 26. Dezember. „Das ist aber nicht richtig“, erklärt Kube.

„Denn am Heiligen Abend wurde Christus geboren, so dass an diesem Tage die Weihnachtszeit auch erst beginnen kann.“ In der Zeit zuvor, so Kube weiter, spreche man von der Adventszeit. Die Weihnachtszeit für die evangelischen Christen dauere vom 24. Dezember bis zum 6. Januar. Für die katholischen Christen jedoch würde die Weihnachtszeit sogar erst am 2. Februar enden, an Maria Lichtmess. „Das ist auch nachvollziehbar“, sagt Kube. „Denn am 6. Januar, dem Tag der Heiligen drei Könige, brechen Caspar, Balthasar und Melchior ja erst auf, um die Krippe zu suchen“. Daher sei die Weihnachtsfeier im neuen, evangelischen Gemeindehaus nicht verspätet – vielleicht zwar ungewöhnlich, aber „absolut rechtzeitig“, wie Kube sagte.

Nach dem sonntäglichen Gottesdienst hatten sich Kube und seine Gäste in das neue Gemeindehaus begeben. Dort hatten fleißige Helfer schon für ein zünftiges Mittagessen gesorgt. Und da man bei Pfarrer Kube vor positiven Überraschungen nie sicher sein kann, präsentierte er seinen Gästen nicht nur eine Weihnachtsfeier im Januar, sondern auch schon am frühen Mittag ein Gericht, welches dem Namen nach zu urteilen normalerweise erst zu vorgerückter Stunde serviert wird: Mitternachtssuppe. Und so passte wieder alles zusammen.

Horst Frevel gastierte mit Marionettentheater

Beim Eintritt in den kleinen Saal im Gemeindehaus fiel eine an der Stirnseite aufgebaute, kleine Bühne auf. Sie bot der Größe nach zu urteilen bestenfalls Platz für eine Person. Und das sollte dann auch reichen. Denn am Sonntag gastierte Horst Frevel aus Iserlohn mit seinem Marionettentheater im Gemeindehaus. Und wer die „Augsburger Puppenkiste, Jim Knopf und das Urmel“ aus dem Fernsehen kennt, war von der Vorstellung Frevels nahezu überwältigt. Marionetten, handgeführt und tatsächlich zum Greifen nahe. Das Programm dauerte etwa 30 Minuten und beinhaltete völlig verschiedene Elemente und daher auch völlig verschiedene Marionetten, die dann zum Einsatz kamen.

Mein kleiner, grüner Kaktus

Da waren als Röhrenpuppen die Comedian Harmonists mit ihrem „kleinen, grünen Kaktus“ zu sehen. Ein Trapezkünstler zeigte seine Künste. Ein ganzes Ballett stand auf der Bühne, alle nur von einem einzigen Puppenspieler bewegt. Höhepunkt der Vorführung war aber sicherlich die Darstellung eines Liedes aus den 70er Jahren. „Vadder, steh´ auf“ von Tana Schanzara.

Vorgetragen wurde das Stück von einer von Frevel selbst gebauten Puppe, die fast die ganze Bühne in Anspruch nahm. Und als „Vadder“ nicht aufstand, ertönte ein Schuss und die Worte: „So, Vadder, getz kannze liegen bleiben“. Jung und Alt waren gleichermaßen fasziniert. Die zahlreich erschienenen Kinder hingen buchstäblich an den Bewegungen der Puppen und der gleichzeitig ertönenden Musik. Das erklärt auch den lauten und lang anhaltenden Applaus, den Frevel nach seiner Vorstellung entgegen nehmen konnte. -  Hartwig Bröer

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