Susanne Jakoby übernimmt noch einmal die Führung

+
Der SPD-Vorstand mit den beiden Abgeordneten Dagmar Freitag und Michael Scheffler (links). ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Dagmar Freitag setzte am Dienstagabend zur großen Motivationsrede an bei der Parteiversammlung der SPD: ,,Dieser Wahlkreis ist ein hart umkämpftes Gebiet”, erklärte sie der Nachrodter Basis in der Pizzeria Mamma Mia.

Ihren zukünftigen Mitstreitern im Wahlkampf sagte sie, nicht allein die Vorstellung des eigenen Parteiprogramms sei ausreichend, um die Wahl zu gewinnen. ,,Wir müssen den Wählern auch begreiflich machen, dass Begriffe wie Mindestlohn bei der CDU nicht das Gleiche bedeuten, wie bei der SPD.”

Die Bundestagsabgeordnete nimmt den Verlust ihres sicheren Listenplatzes nicht auf die leichte Schulter. ,,Wenn die NRW-SPD glaubt, dass ich automatisch die Wahlkreisbezirke gewinne, dann täuscht sie sich”, machte Freitag den 16 Teilnehmern am Dienstag klar. Eine von ihr in Auftrag gegebene Untersuchung macht deutlich, wie groß die prozentualen Unterschiede zwischen Erst- und Zweitstimme im Wahlkreis sind. ,,Wir sind hier nicht im Ruhrgebiet, wo es Kommunen gibt, in denen grundsätzlich beide Kreuze bei Rot gemacht werden. Der Wähler teilt seine Stimme auf. Deshalb müssen wir kämpfen!” motivierte Freitag den Ortsverein.

Dessen Vorstand stellte sich nach drei Jahren am Dienstag erstmals wieder auf, was Rudi Draheim zu einer kritischen Nachfrage bei der Vorsitzenden Susanne Jakoby veranlasste. Diese lange Wartezeit sei ein Verstoß gegen die Parteistatuten. Jacoby nahm die Kritik an und begründete sie mit der Personaldecke der Orts-SPD. ,,Ich habe lange die Augen und Ohren aufgehalten, um junge Leute für den Vorstand zu gewinnen. Auch für den Parteivorsitz hätte ich gern einen Kandidaten gefunden, aber es ist schwierig, Bürger für parteipolitisches Engagement zu begeistern”, erläuterte sie.

Susanne Jacoby entschied sich schließlich für eine Kandidatur. ,,Ich mache das und ich mache es aus voller Überzeugung. Und meine Schultern tragen auch eine Kritik wie diese”, reagierte sie auf die von Draheim mehrmals wiederholte Anmerkung zum Verstoß gegen die Parteistatuten.

In Abwesenheit hatten Jan Schröder und Kadir Kelpetin ihre Kandidatur für den zweiten Vorsitzenden zugesagt, in der folgenden Wahl holte Jan Schröder den Posten. Auch für Susanne Jacoby sprachen sich die Mitglieder aus. Ronny Sachse bleibt Kassierer, seine Stellvertreterin ist Christiane Lange. Gerd Schröder ist Schriftführer und wird von Birgit Hirt vertreten. Beisitzer sind Rita Joergens, Jochen Haase, Lotte Glasow und Aykut Aggül.

In den Unterbezirk und in die Delegiertenversammlung zur Europawahl schickt der Ortsverband Jan Schröder und Ronny Sachse, ihre Stellvertreter sind Ulla Büttig und Lotte Glasow. Als Kassenprüfer fungieren Antje Böttcher und Ulla Büttig.

Dagmar Freitag und MdL Michael Scheffler sprachen dem Vorstand ihr Vertrauen aus. Auch Scheffler hatte wie Freitag einen Bericht über aktuelle Entwicklungen in seinen Tätigkeitsfeld mitgebracht. Die Meinungen über den Stärkungspakt sind geteilt: Während Scheffler erklärte, dass mittlerweile auch CDU-Bürgermeister der Landesregierung Verlässlichkeit bescheinigten, betonte Susanne Jacoby noch mal, dass der Stärkungspakt Nachrodt-Wiblingwerde Hahn und Kehle zugedreht habe und die Gemeinde gezwungen war, das Gartenhallenbad abzustoßen.

Dagmar Freitag meldete sich daraufhin mit einer Äußerung zur Wort, von der sie weiß, dass sie polemisch klingen mag: ,,Wenn Bürger wie Hoeneß oder wie immer sie auch heißen mögen ihre Steuern hier im Land zahlen würden, wären Kommunen wie diese nicht gezwungen, ihre Hallenbäder zu schließen.” ▪ Von Ina Hornemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare