250 Mitglieder „spannungsfrei“: Erste Gespräche mit Amprion im Januar

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Matthias Lohmann (links) : Ziel ist ein Weg des geringsten Schmerzes.

Nachrodt-Wiblingwerde -  Aus dem Stand hat die neue Initiative „Wiblingwerde spannungsfrei“ 250 Mitglieder. Und: Die Gemeinnützigkeit ist anerkannt. Dass die Homepage aktuell noch nicht wirklich gelungen ist, macht das Anliegen nicht unbedingt schlechter.

 „Schön oder nicht schön. In der Homepage stecken jetzt schon mindestens 50 Stunden Aufwand“, sagt Vorstandsmitglied Matthias Lohmann und bittet um Geduld. Fakt sei, dass man viele Menschen ansprechen wolle und in der Hinterhand brauche, die das gleiche Ziel verfolgen wollen. 250 Mitglieder: Das sei schon eine Hausnummer – „aber das sind nur die, die wir direkt angesprochen haben“, glaubt Michael Lohmann an einen Schneeballeffekt. Wenn die Mitglieder noch Nachbarn und Freunde „rekrutieren“, wird „Wiblingwerde spannungsfrei“ bald in aller Munde sein. 

Wenn der Verein es nicht ohnehin schon ist. In der zweiten Januarwoche haben Michael Neuhaus, Melanie Kufahl, die Juristin Anne Stamm und Matthias Lohmann den ersten Gesprächstermin mit dem Übertragungsnetzbetreiber Amprion. „Es geht nicht darum, einen Frontenkrieg aufzubauen, sondern auf diplomatischem Weg die Verhandlungen zu führen“, setzt Matthias Lohmann auf Dialog und Sachlichkeit. Ziel ist ein Weg des geringsten Schmerzes. Die jetzige Trasse für den geplanten Ausbau zu nutzen, ist für „Wiblingwerde spannungsfrei“ indiskutabel. „Und die Ostvariante, die vor fünf Jahren vom Rat den Vorzug bekommen hat, hat Potenzial, verbessert zu werden“, sagt Matthias Lohmann. Eine verbesserte Ostvariante als dritte Möglichkeit? „Erst einmal müssen wir darüber sprechen, was technisch möglich ist.“ 

Dass „Wiblingwerde spannungsfrei“ mit den sodann betroffenen Bürgern nicht verhandeln kann, versteht sich von selbst. „Aber wir können die Gesprächspartner zusammenbringen“, glaubt Matthias Lohmann auch an eine Vermittlerrolle. Matthias Lohmann engagiert sich für den neuen Verein nicht nur, weil die Leitung an seinem Garten vorbeiläuft und er betroffen ist, sondern auch, weil die jetzige Hochspannungsleitung das Dorf optisch in zwei Teile teilt. Werde das Amprion-Vorhaben am Trassenverlauf genutzt und verdoppelt, habe dies für das Dorf schlimme Auswirkungen. „Dann spielen solche Monumente wie eine Kirche überhaupt keine Rolle mehr.“ Das Dorfbild könnte, so ist sich Michael Lohmann sicher, positiv verändert werden, wenn der Trassenverlauf verlegt werde und der Niggenhusser Hof seinen Inselcharakter verlieren würde.

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