Mitglieder der Jugendfeuerwehr treffen sich zur Grundausbildung

Neues Ausbildungskonzept: „Für alle Seiten ein Gewinn“

Erstmals haben Mitglieder der Jugendfeuerwehr die Möglichkeit, mit 16 Jahren die Grundausbildung zu beginnen

Nachrodt-Wiblingwerde  - Der 18. Geburtstag ist etwas Besonderes. Endlich erwachsen. Alleine Autofahren, Verträge eigenständig unterschreiben und vieles mehr. Acht Mitglieder der Jugendfeuerwehr fiebern diesem besonderen Geburtstag aber noch ein bisschen mehr entgegen. Denn dann werden sie zu „richtigen“ Feuerwehrmännern und -frauen.

Möglich macht dies ein neues Ausbildungskonzept. Bisher war es so, dass die Grundausbildung erst mit 18 Jahren begonnen werden konnte. Viele hatten dann noch Pech, dass sie ein bis zwei Jahre warten mussten, um beginnen zu können, da die Grundlehrgänge nur angeboten werden konnten, wenn genug Anwärter angemeldet waren. Erstmals haben Mitglieder der Jugendfeuerwehr die Möglichkeit, bereits mit 16 Jahren die Grundausbildung zu beginnen. Sechs Nachrodt-Wiblingwerder und zwei Altenaer trafen sich nun zur ersten Ausbildungseinheit im Wiblingwerder Gerätehaus. „Man hat sich in den letzten Jahren geeinigt, dass das Ausbildungskonzept nicht mehr zeitgemäß ist und hat begonnen, eine neue Ausbildungsverordnung auf Landesebene zu entwickeln. Wir sind hier im Pilotkreis“, erklärt Gemeindebrandinspektor und Ausbilder Jens Klatt. In Nachrodt-Wiblingwerde werden also erste Erfahrungen mit dem neuen Konzept gesammelt. „Wir wollen die Jugendlichen fit machen für den richtigen Dienst. Wenn sie 18 sind, können wir sie direkt einsetzen“, erklärt Klatt. Zudem, so hoffen die Initiatoren, könne man so die schwierige Altersphase überbrücken. „Etliche treten mit zehn oder zwölf Jahren in die Jugendfeuerwehr ein. Mit 16/17 sind die Ansprüche dann schon andere. Jetzt können wir einen neuen Anreiz schaffen und ihnen eine neue sinnvolle Aufgabe geben“, freut sich Klatt. In der Ausbildung lernen die jungen Mitglieder alles, was sie im Einsatz brauchen. Zum Auftakt ging es zunächst um den gesetzlichen Auftrag und die Verantwortung. Aber auch der Umgang mit Leitern und die Wasserentnahme wird geübt oder spezielle Knoten und Stiche. „Einfach grundlegende Dinge, die man im Einsatz braucht. Zunächst geht es jedoch um Arbeiten außerhalb des Gefahrenbereichs. Wenn sie 18 Jahre alt sind, kommt Stufe B. Dann geht es beispielsweise auch in das brennende Haus“, erklärt Klatt. Die Motivation der jungen Auszubildenden ist riesig. Und sie haben bereits ein umfangreiches Vorwissen. Denn in ihrer Zeit in der Jugendfeuerwehr haben sie schon viel vorbereitendes Wissen erlangt. Im März werden sie sich der Prüfung stellen. Bis dahin werden sie alle 14 Tage gemeinsam lernen. Und wenn die Prüfung gelingt, bekommen sie an ihrem Geburtstag den Meldeempfänger und dürften theoretisch sofort mit zum Einsatz. „Das ist für beide Seiten ein enormer Zugewinn“, so Klatt.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare zu diesem Artikel