Ministerium gibt grünes Licht für Sekundarschule

Hauptschulen und Realschule in Nachrodt-Wiblingwerde und Altena sollen ab dem Sommer auslaufen. Die beiden Kommunen setzen für die Zukunft auf die gemeinsame Sekundarschule.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Gerade noch rechtzeitig vor dem Beginn des Anmeldeverfahrens haben die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde und die Stadt Altena grünes Licht für ihre gemeinsame Sekundarschule erhalten. Das NRW-Ministerium für Schule und Weiterbildung hat dem Antrag am Donnerstag stattgegeben. Die Bezirksregierung wird den Genehmigungsbescheid in den nächsten Tagen zustellen.

Die Genehmigung wird unter der Voraussetzung erteilt, dass im Anmeldeverfahren, das am Freitag, 10. Februar, beginnt, genügend für die Gründung einer Sekundarschule angemeldet werden. Für die Errichtung sind mindestens drei Parallelklassen mit 25 Schülern pro Klasse erforderlich, also mindestens 75 Kinder insgesamt.

Nach dem im Juli vergangenen Jahres geschlossenen Schulkonsens hatte der Landtag im Oktober mit dem neuen Schulgesetz die Grundlage für die neue Schulform Sekundarschule geschaffen. Die Sekundarschule umfasst die Jahrgänge 5 bis 10 und bereitet Schüler wie bisher Haupt- und Realschulen auf die berufliche Ausbildung vor, schafft aber auch die Grundlage zur Erlangung der Hochschulreife. In der Sekundarschule lernen die Kinder und Jugendlichen mindestens in den Klassen fünf und sechs gemeinsam. Nachrodt.-Wiblingwerde und Altena haben sich darauf verständigt, dass diese Jahrgänge in der bisherigen Albert-Schweitzer-Hauptschule am Holensiepen in Nachrodt unterrichtet werden sollen. Ab der 7. Jahrgangsstufe soll der Unterricht teilintegriert mit Fachleistungsdifferenzierung in einzelnen Fächern erfolgen.

Die Sekundarschule verfügt nicht über eine eigene gymnasiale Oberstufe, sie geht aber eine verbindliche Kooperation mit der Oberstufe des Burggymnasiums ein. Damit soll sichergestellt werden, dass Eltern bei der Anmeldung genau wissen, wo ihr Kind bei entsprechenden schulischen Leistungen das Abitur machen kann.

Glaubt man dem Dortmunder Schulentwicklungsforscher Dr. Ernst Rösner, ist der spürbare Trend hin zu Sekundar- und Gesamtschulen erst der Anfang eines Booms. Er rechnet mit einer großen welle von Schulgründungen zum Schuljahr 2013/2014. Die Probleme auf kommunaler Ebene zwängen die Städte und Gemeinde zum Handeln. Er denkt dabei insbesondere an das immer dramatischer sinkende Interesse an Hauptschulen. Rösner geht davon aus, dass die Reform im Ländlichen startet und auf die Städte übergreifen wird und glaubt, dass es in etwa drei Jahren in Nordrhein-Westfalen 500 bestehende, genehmigte und beantragte Sekundar- und Gesamtschulen geben wird. Der Hauptschule prophezeit der Bildungsforscher den Untergang weil sich die Eltern weiter von ihr abwendeten. Danach drohe der Realschule derselbe Prozess.

Das Schulministerium hat jetzt für insgesamt 50 Anträge auf Errichtung einer Sekundarschule grünes Licht gegeben. Dazu Schulministerin Sylvia Löhrmann: „Die große Zahl der Anträge zeigt, wie überfällig der Schulkonsens von SPD, CDU und Grünen war. Er hat den Weg bereitet für eine zukunftsfeste Schulentwicklung vor Ort. Jetzt sind die Eltern am Zug.“ ▪ vg

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