"Krematorium für Mist"

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Michael Hegemann (stehend) im Planungs- und Bauausschuss.

Nachrodt-Wiblingwerde -  Es ist ein Pilotprojekt. Wieviel Michael Hegemann investiert, möchte er nicht sagen. Wohl aber, dass nach seinen Vorstellungen eine Anlage entwickelt wurde, die in Deutschland durchaus noch nicht gang und gäbe ist: eine Biomassen-Verbrennungsanlage.

 Es ist gut, wenn man sich blicken lässt. Dann kann man Fragen, die die Kommunalpolitiker haben, direkt beantworten. So wie Michael Hegemann, der besagte Biomassen-Verbrennungsanlage auf seinem Reiterhof südlich des Stallgebäudes errichten möchte. Die Zustimmung aus dem Planungs- und Bauausschuss gab es einstimmig. Jetzt muss das Thema noch durch den Rat, der am kommenden Montag ab 17 Uhr in der Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ tagt.

Unkonventionell berieten die Bauausschussmitglieder unter dem neuen Vorsitz von Ulrich Gülicher. „Michael Hegemann ist ja da. Dann kann er uns alle Fragen direkt beantworten“, schlug Petra Triches, Fraktionssprecherin der UWG, vor. Das ist zwar unüblich, da Gäste eigentlich „nur“ beim Tagesordnungspunkt „Anfragen und Anregungen der Bürger“ Stellung nehmen dürfen, aber machte während der Sitzung durchaus Sinn.

 „Es ist ein Krematorium für Mist“, schmunzelten die Ausschussmitglieder. Genauer: eine Umwandlungsanlage für Stroh und Mist. Tatsächlich sollen Stroh und Pferdeäpfel verbrannt werden. Durch die Verbrennung wird Strom als Nebenprodukt und Dünger erzeugt. Die Asche kann dann als Düngemittel wieder aufs Feld gebracht werden.

Die Eckdaten zur Anlage: 75 Kilowatt (kW) elektrische Leistung, 700 Kilowatt thermische Leistung. Von den 700 kW braucht die Anlage 500 kW für sich, um das Stroh zu trocknen, so dass es verbrannt werden kann. Die restlichen 200 kW können zum Heizen von Warmwasser und Wohngebäuden genutzt werden. Geruchsbelästigungen gibt es nicht, „durch die Filter passiert nichts“, so Michael Hegemann.

Mittlerweile gibt es in Deutschland nach Angaben der Deutschen Reiterlichen Vereinigung rund 1,2 Millionen Pferde. Geht man von einer Mistmenge von ca. 30 bis 40 kg pro Pferd und Tag aus, kommen 13 bis 17 Millionen Tonnen Pferdemist pro Jahr zusammen. Der energetische Wert von Pferdemist ist nicht zu unterschätzen.

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