„Scharf, aber lecker“: Mexikanisch-Kochkurs der VHS

Gut gelaunt bei der Küchenarbeit: Verónica Mendoza Noria (r.) gab ihren VHS-Schülern einige Einblicke in die Küche ihres Heimatlandes. - Foto: Riedl

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Mexikaner lieben ihr Essen scharf und würzig. Das haben in der vergangenen Woche auch die Teilnehmer eines VHS-Kurses mit Verónica Mendoza Noria erfahren.

Avocado, Tomate, Zwiebel, Limettensaft und Chili waren gerade püriert und wurden abgeschmeckt. „Da kann noch eine Chili rein“, meinte Verónica Mendoza Noria, während den Kursteilnehmern etwas die Luft wegblieb. „Ja, ja“, nickte sie aufmunternd in die Kochrunde und schmunzelte – wohlwissend, dass sie Recht behalten würde. Und tatsächlich: „Ach ja, scharf, aber lecker“, lautete das Resümee der Nicht-Mexikaner nach dem zweiten Abschmecken.

Die VHS-Kursleiterin räumte noch mit einem Vorurteil auf. „Nicht der Limettensaft verhindert, dass die Guacamole braun anläuft, sondern der Avocadokern.“ Deshalb wurde das Tischtennisball große braune Innere der Frucht wieder zurück in den Dip und die gewürfelten Avocados gelegt.

Farbenfroh und voller geschmacklicher Kontraste präsentierten sich die Speisen, die der VHS-Kursus „Cocina Mexicana“ in der Küche der Albert-Schweitzer-Hauptschule unter der Leitung von Verónica Mendoza Noria kreierte. Die Mexikanerin, die seit 15 Jahren in Deutschland lebt, gab den Kursteilnehmern Einblicke in die Kochkultur ihres Heimatlandes. Mais, Tomaten, Bohnen, Avocado, frische Kräuter und natürlich Chilis seien die Grundzutaten der südamerikanischen Küche, die sich regional jedoch deutlich von einander unterscheide. „Im Norden Mexikos wird völlig anders gekocht als im Süden“, weiß Verónica Mendoza Noria. Doch scharf lieben es alle Mexikaner. „Es gibt eine Sauce, in die kommen 41 Chilischoten hinein“, erzählte die Mexikanerin ihren staunenden Kochschülern.

Auf diesen Schärfegrad wollten die Mitteleuropäer an diesem Abend allerdings lieber verzichten. Dafür stieg der Kochkursus in sein Menü mit einer Sopa Azteca – einer würzigen Tomatensuppe – ein, gefolgt von den Enchiladas de Jitomate, die mit Hähnchenfleisch gefüllt waren. Zum Abschluss genoss die Runde gebackene Bananen, mit Frischrahm, Puderzucker und Zimt bestreut.

Die mexikanische Küche ist viel mehr als Tacos und Chili con Carne, das in der Kombination Kidneybohnen und Hackfleisch den Südamerikanern übrigens völlig unbekannt ist. „Das essen wir dort so nicht. Das ist in Amerika erfunden worden“, stellte Verónica Mendoza Noria richtig, dass das weltweit bekannte vermeintlich mexikanische Nationalgericht auf US-amerikanischem Geschmack beruht.

Was hingegen tatsächlich in mexikanischen Haushalten auf den Tisch kommt, können Interessierte in einem zweiten Kochkursus im nächsten Frühjahr erfahren. Die aus der Nähe von Mexico City stammende Dozentin lädt für den 20. März zu einem weiteren VHS-Kochabend in die Albert-Schweitzer-Hauptschule ein. - Susanne Riedl

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