Menschliche Zuwendung in schweren Stunden

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Die Hand eines Sterbenden zu halten, ist nicht jedermanns Sache. In einer Ausbildung zum Sterbebegleiter kann man das jetzt in Nachrodt lernen. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die letzten Tage und Stunden vor ihrem Tod sind für die Menschen oftmals die schwersten. Da gilt es, ihnen den unvermeidlichen Abschied vom Leben nicht nur durch medizinische Versorgung zu erleichtern, auch menschliche Zuwendung ist jetzt wichtig. Darum wollen sich jetzt die evangelische und die katholische Kirchegemeinde Nachrodt kümmern.

„Menschen sterben zunehmend alleine, weil sie keine Angehörigen haben oder die Familie nicht am selben Ort wohnt“, weiß Diakon Rolf Sadowski von der Evangelischen Kirchengemeinde Nachrodt-Obstfeld. Die beiden Kirchengemeinden hätten sich vorgenommen, dagegen konkret etwas zu tun. Grundsätzlich würden Sterbende zwar vom Pastor besucht, er könne jedoch nicht alle erreichen. Unterstützung soll er in Zukunft durch ehrenamtliche Sterbebegleiter aus den Gemeinden erhalten.

„Acht Interessenten haben wir schon“, sagt Diakon Sadowski, maximal zehn könnten an einem Kursus teilnehmen, in dem die Trauerbegleiterin Anorthe Burdach sie auf ihre Aufgabe vorbereitet. Allerdings ist keinesfalls sicher, dass alle Interessierten auch tatsächlich für die Tätigkeit geeignet sind. Deshalb wird Burdach am Mittwoch und Donnerstag, 7. und 8. September, zunächst Vorgespräche mit ihnen führen, um herauszufinden, ob sie Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Sterbegleiter mitbringen. Danach findet ein zwei Samstags- (10. September und 22. Oktober von 10 bis 18 Uhr) und vier Mittwochstermine (14., 21. und 28. September, 5. Oktober von 18 bis 21 Uhr) umfassender Kursus statt, in dem die Teilnehmer auf ihr sensibles Ehrenamt vorbereitet werden. Anorthe Burdach wird ihnen das Rüstzeug mitgeben, um anschließend zunächst ein Praktikum in einem Hospiz absolvieren zu können. Dort lernen sie die unterschiedlichen Sterbephasen kennen, können aber auch einfache Handreichungen am Krankenbett üben. Pflegerische Tätigkeiten gehören allerdings nicht zum Aufgabenbereich der Sterbegleiter.

Die Kosten für die Ausbildung zum Sterbebegleiter übernehmen übrigens die Nachrodter Kichengemeinden. Dafür erwarten sie von den Teilnehmern nach erfolgreicher Teilnahme ihre Einsatzbereitschaft in der Doppelgemeinde. Mit dem Seminarabschluss bleiben die Absolventen übrigens nicht auf sich allein gestellt. Auch danach können sie sich bei Anorthe Burdach noch Hilfe holen, wenn sie schwierige Situationen nicht selbst meistern können.

Interessierte erhalten erste Informationen über dieses neue diakonische Projekt der beiden Kirchengemeinden auch mit einem Flyer, der an verschiedenen stellen in Nachrodt-Wiblingwerde ausliegt. Unter anderem ist er im Perthes-Haus erhältlich, wo übrigens auch der größte Teil des Kurses stattfinden wird. ▪ vg

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