Matthäus-Evangelium in einem modernen Gewand

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Anna Löffler am Zimbal und Alfia Möllmann am Klavier sorgten für die musikalische Begleitung des Nachmittags. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Etwa 140 Senioren hat die Evangelische Kirchengemeinde Nachrodt-Obstfeld am Mittwoch einen ebenso unterhaltsamen wie besinnlichen Adventsnachmittag beschert. Im Gemeindehaus an der Schillerstraße wurde der Ölwerten Generation ein abwechslungsreiches Programm geboten.

Waltraud Even, Gundel Bergmann, Sigrid Herbel, Marlies Stefan und Ilse Weber, das fünfköpfige Team, das diese adventlichen Seniorennachmittage schon seit vielen Jahren organisiert, hatte auch diesmal wieder die richtige Mischung gefunden. Im Mittelpunkt der Vorträge stand das Thema „Flucht und Vertreibung“. Mehrfach zeigten die Mitwirkenden auf, dass zwischen der Flucht der heiligen Familie nach Ägypten und dem Asylbegehren gegenwärtiger Flüchtlinge Parallelen bestehen. Am deutlichsten wurde das in dem Rollenspiel, in dem ägyptische Beamte Maria, Josef und ihrem Säugling unterstellten, als Wirtschaftsflüchtlinge nur ein bequemeres Leben zu suchen. Als religiöse Flüchtlinge wollten sie sie aber auch nicht aufnehmen – zu groß war die Furcht vor religiösen Fanatikern. „Aus formalen Gründen“ wurde ihnen das Asyl schließlich verwehrt. Ein dubioser Schlepper erbot sich daraufhin, die Flüchtlinge für Geld nachts über die Grenze zu bringen. Das war zugegebenermaßen eine ziemlich moderne Interpretation des Matthäus-Evangeliums, in dem die Kindheitsgeschichte Jesu erzählt wird. Bei den Senioren kam sie allerdings gut an.

Ebenso viel Beifall spendeten die Teilnehmer der Adventsfeier Ilse Weber, die mit zwei Gedichten („Gedanken zur Weihnachtszeit“, „Gott kommt zu uns“) für Momente der Stille und des Nachdenkens sorgte. Und auch Alfia Möllmann (Klavier) und Anna Löffler (Zimbal) trugen zum Gelingen des Nachmittags bei. Das musikalische Duo interpretierte Werke von Gaetano Donizetti, aber auch von Francois Couperin und Peter Tschaikowsky. „Wir möchten Ihnen einfach schöne Musik vortragen“, erklärte sich Alfia Möllmann den Senioren, dass sie an diesem Nachmittags keineswegs nur die altbekannten Weihnachtslieder zu erwarten hatten.

Vor dem Programm hatten die Helferinnen die Senioren aus der Kirchengemeinde, aber auch die Bewohner der drei umliegenden Senioren- und Pflegeheime (Pertheshaus, Nachrodter Hof und Haus Pax) mit Kaffee und Kuchen versorgt. Pfarrer Wolfgang Kube hatte in seinem Gebet daran erinnert, dass man bei aller Hektik in der Vorweihnachtszeit den Kern der Weihnachtsbotschaft nicht vergessen dürfe.

Zum Schluss überreichten die Helferinnen der Kirchengemeinde allen Teilnehmern der Feier einen Kalender, der ihre Besitzer mit christlichen Liedern und Texten durch das Jahr 2012 begleiten soll. ▪ vg

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