Personalkarussell bei der Feuerwehr / Engere Zusammenarbeit mit Altena geplant

Mark Wille wird neuer Wehrleiter der Gemeinde

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Mark Wille wird neuer Wehrleiter der Nachrodt-Wblingwerder Feuerwehr.

Nachrodt-Wiblingwerde - Keine Überraschung, aber eine sehr wichtige Nachricht: Gemeindebrandinspektor Mark Wille wird Nachfolger von Michael Kling im Amt und neuer Wehrleiter in Nachrodt-Wiblingwerde. Der Wechsel an der Spitze der Feuerwehr passiert zum 1. Januar. Denn Michael Kling wurde zum Kreisbrandmeister berufen (das AK berichtete). Seine offizielle Verabschiedung ist am 8. Dezember. Und so gibt es durchaus ein Personalkarussell in der Doppelgemeinde.

Wenn Mark Wille, der seit 2010 als Stellvertreter von Michael Kling wirkt, sein neues Amt antritt, stehen ihm zwei Männer zur Seite: Erster Stellvertreter wird Jens Klatt, der bislang Zugführer in Nachrodt war. Zugführer dort ist jetzt Carsten Bäcker, sein Stellvertreter ist Oliver Böhland. Zweiter Stellvertreter von Mark Wille wird Sascha Panne, der aktuell noch Zugführer in Wiblingwerde ist. Er wird den Wehr-Stellvertreter-Posten zunächst kommissarisch inne haben, da ihm noch ein Lehrgang fehlt. 

„Da wir alle Familie haben, ist es mir wichtig, zwei Stellvertreter an meiner Seite zu haben“, so Mark Wille, der als Verwaltungsmitarbeiter im Ordnungsamt für den Außendienst zuständig ist und auch bei der Vollstreckung – von GEZ-Gebühr bis zur Hundesteuer – bei der Gemeindekasse arbeitet. 

Als Mark Wille vom Jugendrotkreuz mit 18 Jahren zur Feuerwehr wechselte, hatte er nicht im Traum damit gerechnet, so sehr mit der Wehr der Gemeinde zu verwachsen. 

Einige Veränderungen

Heute steht der 41-Jährige in einer Zeit der Feuerwehr vor, in der auch einige Veränderungen anstehen: die immer größere Verzahnung mit anderen Feuerwehren beispielsweise.

Da gibt es die Werksfeuerwehr Hexion aus Letmathe, mit der eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung getroffen werden soll. Die Werkfeuerwehr benötigt zwischen 17 und 6 Uhr an Wochentagen, an Wochenenden und Feiertagen bei größeren Bränden Unterstützung. 

Es geht um etwa drei bis fünf Einsätze jährlich. In einem Einzelfall soll eine Staffel (sechs Einsatzkräfte) mit dem Löschfahrzeug Nachrodt nach Hexion ausrücken. 

Im umgekehrten Fall stellt die Werkfeuerwehr Hexion der Gemeinde ein Boot – für einen möglichen Einsatz auf der Lenne – und Bedienpersonal für Übungen und Einsätze zur Verfügung. Auch Fachberater Chemie und Messgeräte können bei der Werksfeuerwehr kostenfrei angefordert werden. 

Mindestens gleich wichtig, wenn nicht noch wichtiger könnte die Zusammenarbeit mit der Stadt Altena werden. Wie die personelle Ausstattung der Wache in der Burgstadt zukünftig aussehen wird, steht noch nicht fest. Alle Beteiligten hängen ein bisschen in der Luft. 

Noch engere Zusammenarbeit

Fakt ist aber, dass eine noch engere Zusammenarbeit angestrebt wird. Das bestätigt Altenas Wehrleiter Alexander Grass, sagt aber auch, dass zunächst der Altenaer Stadtrat das weitere Vorgehen verabschieden und ein Brandschutzbedarfsplan beauftragt werden muss. Er könne auch nicht in die Glaskugel schauen, wie die Wache zukünftig besetzt sein werde. 

Heute schon steht aber fest: Eine Veränderung der Strukturen bei der Feuerwehr Altena betreffen auch die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde – ganz besonders mit Blick auf die Drehleiter. Hierfür gibt es seit fünf Jahren eine Kooperation der Nachbarstädte. Die Drehleiter muss das Schutzziel 1 für die hohen Häuser Kampstraße und Wiesenstraße erreichen. 

Das bedeutet, dass die Drehleiter innerhalb von zehn Minuten nach der Alarmierung vor Ort sein muss. Bei einer nicht ständig besetzten Wache in Altena würde das bedeuten, dass zunächst die freiwilligen Feuerwehrleute alarmiert werden müssten, diese zum Gerätehaus fahren, die Drehleiter besetzen und dann nach Nachrodt-Wiblingwerde fahren würden. Die besagten zehn Minuten bis zum Einsatzort würden auf jeden Fall überschritten. 

Eine eigene Drehleiter anzuschaffen, wäre zwar eine Möglichkeit, aber nicht wirklich sinnvoll: Denn zum einen müssten erhebliche finanzielle Mittel aufgebracht werden, zum anderen gibt es keinen Stellplatz – von den Wartungs- und Prüfkosten ganz zu schweigen. 

Problem bei der Tagesverfügbarkeit

Und: Beide freiwilligen Feuerwehren (Altena und Nachrodt-Wiblingwerde) haben ein Problem bei der Tagesverfügbarkeit. Das heißt: Nur noch wenige Einsatzkräfte arbeiten vor Ort, sodass es immer häufiger vorkommt, dass Unterstützung aus den Nachbarkommunen angefordert werden muss. Hier soll die Zusammenarbeit intensiviert werden. 

Der Rat der Gemeinde befürwortet eine Zusammenarbeit beider Feuerwehren und einen Arbeitskreis, dem Mitglieder der Feuerwehren Altena und Nachrodt sowie Vertreter von Verwaltung und Politik angehören sollen. Auch die Altenaer Feuerwehr sieht laut Alexander Grass einem Arbeitskreis positiv entgegen.

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