Prozessbeginn

56-Jähriger soll sich an Mordversuch beteiligt haben

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Ein 56-jähriger Mann aus Nachrodt-Wiblingwerde muss sich seit Freitag mit drei weiteren Angeklagten vor dem Schwurgericht des Landgerichts Wuppertal verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern eine versuchte Geiselnahme und den Versuch einer Beteiligung an einem Mord vor.

Die Geschichte hatte offenbar mit der Empörung eines heute 72-jährigen Angeklagten über den Lebenswandel seines Sohnes begonnen. Das potenzielle Opfer hatte Frau und Kinder verlassen und eine Beziehung zu einer Niederländerin aufgenommen. Sein Vater wollte sich damit nicht abfinden und engagierte Helfer, die seinen Sohn mit Gewalt zu seiner Familie zurückbringen sollten – den 56-Jährigen aus Nachrodt-Wiblingwerde und einen 50-Jährigen aus Remscheid. Die beiden sollten den Sohn des 72-Jährigen am 26. März entführen und mithilfe von Schlägen zur Rückkehr zu seiner Frau veranlassen. Seine neue Freundin sollte ebenfalls entführt und verprügelt werden. Dieser Plan soll jedoch daran gescheitert sein, dass die beiden potenziellen Täter das Pärchen nicht an dem vorgesehenen Treffpunkt vorfanden. Der 72-Jährige soll sich damit nicht abgefunden, sondern ein weiteres Komplott gegen seinen Sohn geschmiedet haben. Diesmal soll er einen 60-Jährigen aus Belgien beauftragt haben, die Geliebte seines Sohnes zu töten. Auch der Sohn sollte erneut entführt werden. Daraufhin soll am 17. April erneut ein Duo dem Pärchen aufgelauert haben. Auch dieser Plan soll daran gescheitert sein, dass die beiden potenziellen Opfer glücklicherweise nicht an einem von den Tätern erwarteten Ort erschienen.

Zum Auftakt des Prozesses wurde am Freitag zunächst die Anklageschrift verlesen. Aufgrund der starken Arbeitsbelastung der zuständigen Schwurgerichtskammer vertagte sich das Gericht dann bis zum 13. Dezember. Für die Aufklärung der erhobenen Vorwürfe hat sich die Kammer zunächst noch weitere sieben Verhandlungstage Zeit gegeben. Das Strafmaß für den Versuch einer Beteiligung an einem Mord reicht von drei bis höchstens 15 Jahren. - Thomas Krumm

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