Ein Mann im Dauereinsatz

+
Gunther Obstfeld (r.), Vorsitzender des MGV Frohsinn Nachrodt, dankte Chorleiter Heinrich Mainka für seinen mehrstündigen Einsatz mit einem guten Tropfen. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Das war wohl der Tag des MGV Frohsinn aus Nachrodt. Vor dem Publikum in der fast ausverkauften Lennehalle gab diese Formation gemeinsam mit weiteren sechs Chören am Samstagnachmittag ein Frühlingskonzert.

Bei den zum Teil hochkarätigen Mitwirkenden handelte es sich um den Werkschor Keuco aus Hemer, den MGV Eintracht Breckerfeld, den Kirchenchor St. Kilian Letmathe, den MGV 1903 Menden, den Oesetaler Frauenchor und den Elseyer-Nahmer Männerchor. Alle diese Chöre haben etwas gemeinsam: den Dirigenten. Heinrich Mainka, hauptberuflich Kantor im Kiliansdom in Letmathe, leitet alle sieben Chöre. Seine Verdienste sind beachtlich. Doch das Mainka mit seinen Chören gleich ein mehrstündiges Konzert bestreiten kann, ist schon für sich genommen bemerkenswert.

Den Nachmittag eröffnete der MGV Frohsinn, dem es schon innerhalb des ersten Auftrittes gelang, das Publikum zu begeistern. Zu dem Lied „Rot sind die Rosen“ schunkelten die rund 200 anwesenden Gäste mit. Folgerichtig wurde die musikalische Leistung der Gastgeber mit großem Applaus belohnt.

Der Kirchenchor St. Kilian beschränkte sich in seinem bemerkenswerten Vortrag auf klassische Kirchenmusik, die jedoch großen Anklang beim Publikum fand. Der MGV Eintracht aus Breckerfeld glänzte mit seinem Vortrag „Die Legende von Babylon“. Es war offenbar durchaus als eine ernst zu nehmende Variation zu dem Pop-Klassiker „Rivers of Babylon“ zu sehen. Die Formation erhielt demzufolge lang anhaltenden Applaus. Der MGV Menden setzte auf Oldies und punktete damit. „Blowin‘ in the wind“, „Yesterday“ und „Griechischer Wein“ fanden begeisterte Zuhörer. Reine, klassische Männerchormusik bot der Elseyer-Nahmer Männerchor. Das auch diese Art der Musik noch lange keine vom Aussterben bedrohte Gattung ist, zeigte der Applaus.

Für richtig gute Laune, Riesenbeifall und die ersten lautstarken Zugabe-Rufe jedoch sorgte der Oesetaler Frauchenchor aus Hemer. Mit einer sichtlichen Freude am Gesang, mit Temperament und Sangeskunst begeisterten die Damen ihr Publikum. Bei dem Gospel-Song „Oh, happy day“ sangen und klatschten die Zuhörerinnen und Zuhörer lautstark mit. Und danach ging auch ohne Zugabe nichts mehr. Es war ein sehr starker Auftritt wobei auffiel, dass die Sängerinnen ohne Textblatt auftraten. Sie bewegten sich dazu im Rhythmus ihrer Musik und schafften es ganz locker, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Der Oesetaler Frauenchor feiert in diesem Jahr im übrigen sein 25-jähriges Bestehen.

Ebenfalls ohne Textblatt kam auch der MGV Frohsinn aus. Nach ihrem schon sehr starken Einstieg in das Konzert übertrafen sich die Nachrodter Sänger selbst noch einmal. Das Ergebnis: Zum zweiten Male an diesem Nachmittag Zugabe-Rufe und stehende Ovationen.

Die Idee zu diesem außergewöhnlichen Konzert stammt von Gunther Obstfeld, dem Vorsitzenden des MGV Frohsinn. Ihm war bekannt, dass Heinrich Mainka mehrere Chören leitet. Da diese Formationen vom Gesangs- und Vortragsstil weitestgehend unterschiedlich sind, nutzte Obstfeld die Gelegenheit, einmal den Facettenreichtum der verschiedensten Chöre vorzustellen. Eine besondere Herausforderung war das natürlich für Heinrich Mainka, der gemeinsam mit seinen Chören ein mehrstündiges Konzert zu bestreiten hatte. Und damit bewies Mainka nicht nur „ein glückliches Händchen“ sondern insbesondere seine Wandlungsfähigkeit und seine musikalische Vielfalt. Der Veranstalter, der MGV Frohsinn, jedenfalls kann sich einen großen Erfolg auf die Fahnen schreiben. Dieses erste Konzert der Mainka-Chöre war nicht nur außergewöhnlich, es war sogar außergewöhnlich gut. ▪ hb

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare