„Man ist angehalten, an Strukturen nicht zu rütteln“

St. Josef.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Ein massiver Priestermangel, der demographische Wandel, eine äußerst angespannte finanzielle Situation des Bistums Essen: Die Katholiken hierzulande haben schon viel mitgemacht und müssen sich künftig weiteren Herausforderungen stellen.

Auch etliche Immobilien - sprich Kirchen - stehen zur Disposition, müssen vermarktet werden. 96 Kirchen sind das bistumsweit. Jüngstes Beispiel: Die Christopherus-Kirche in Essen wurde zum Archiv umgewandelt. Doch die Nachrodter müssen nur einen Blick auf Altena werfen: Dort ist eine Kirche schon lange an die serbisch-orthodoxen Christen vermietet und die ehemalige St. Thomas Morus Kirche wird auf dem Immobilienmarkt angeboten, es gab Verhandlungen mit Interessenten, die nicht fortgeführt wurden. Doch jetzt rührt sich nichts.

Die gute Nachricht für die Nachrodt-Wiblingwerder Katholiken: Aktuell gibt es keine Initiativen, St. Josef anzutasten. Die Kirche gehöre zu den Gemeindekirchen. „Und man ist gehalten, nicht an den festgesetzten Strukturen zu rütteln“, sagt Georg Kronenberg, beim Bistum Essen.

Eine sicher beruhigende Aussage: In jüngster Zeit wurden häufiger von Nachrodtern Befürchtungen laut, man könne die Kirche der kleinen Gemeinde in absehbarer Zeit schließen. Auch angesichts einer potenziellen Reparatur der Orgel oder einer Neuanschaffung wurde laut die Frage gestellt, ob sich das denn überhaupt noch lohne. Unabhängig von der demographisch/finanziellen Entwicklung wird sich sicher der avisierte Priestermangel ungut auszuwirken - für die Kirchen fehlen Priester. Laut Zukunftskonzept des Bistums Essen gibt es rund 370 aktive Priester (bis 75 Jahre). Bis 2019, so lautet die Prognose, gebe es dann nur noch 155 Priester (bis 65 Jahre). Dass auch ausgebildete Theologen Dienst in der jeweiligen Kirche tun und das Wort verkünden, hänge auch von der Einstellung des Bischofs ab, hieß es aus dem Bistum. ▪ vdB

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare