Wenn die Problemzonen beim Pferd zwicken

Man kann die Vierbeiner einmal mit dem Handballen massieren und einmal mit den Fingerkuppen. „Wichtig ist, dass ihr immer von vorne nach hinten massiert“, erklärte Bollmann.  Foto: Machelett

Nachrodt-Wiblingwerde - Die Ohren hängen zur Seite, ein Bein ist leicht angewinkelt und die Unterlippe hängt etwas herunter: So sieht vollkommene Pferdeentspannung aus. Und wie Reiter einen solchen Zustand bei ihrem Pferd erreichen können, lernten am Wochenende rund 40 Pferdesportler auf dem Hof Pühl in Haste, denn dort veranstaltete der Märkische Reiterverband einen Lehrgang mit Pferdeosteopathin Lisa Bollmann aus Osnabrück.

„Unsere Pferde haben muskuläre Probleme, genau wie wir auch. Egal, ob sie sportlich eingesetzt werden, oder vielleicht nur auf der Wiese stehen“, erklärte Bollmann. Genau wie die meisten Menschen hätten auch die Vierbeiner Problemzonen, an denen es manchmal zwickt, weil sich die Muskulatur verhärtet. „Und mal ehrlich, wir genießen doch auch gerne eine Massage – auch wenn vielleicht gerade nichts weh tut“, sagte die Referentin. 

Aber man sollte auf keinen Fall einfach drauflos massieren, denn dann könne man unter Umständen auch etwas falsch machen. Wie es richtig geht und wie ein umfassendes Wellnessprogramm für den Vierbeiner aussehen kann, zeigte Bollmann in dem zweistündigen Kurs.

Zunächst gab es eine kleine theoretische Einführung. Schließlich sollten die Lehrgangsteilnehmer genau wissen, wie ein Muskel aufgebaut ist. Auch ein wenig Pferdeanatomie stand auf dem Plan. Nach gut 20 Minuten ging es dann ans Pferd. „Bevor wir überhaupt irgendetwas machen, verschaffen wir uns erstmal einen Überblick, wir gehen um das Pferd herum und gucken einfach, ob wir vielleicht irgendwo Schwellungen, Wunden oder ähnliches finden“, erklärte Bollmann. 

Weiter ging es mit dem sogenannten Ausstreichen. Dabei wird das komplette Pferd einmal gestreichelt. „So fühlt ihr, ob es vielleicht irgendwo etwas wärmer ist, das könnten Anzeichen für Verletzungen oder Entzündungen sein“, sagte die Osteopathin. Außerdem stelle man so auf sanfte Weise einen Kontakt zum Pferd her, das sich durch die sanften Berührungen auf das Wellnessprogramm einstellen kann. Weiter ging es mit verschiedenen Techniken, so könne man die Vierbeiner einmal mit dem Handballen massieren und einmal mit den Fingerkuppen. 

„Wichtig ist, dass ihr immer von vorne nach hinten massiert“, erklärte Bollmann. Am Po mögen Pferde gerne eine sanfte Reibung. Dafür nutzt man die Außenkanten der Hände und bewegt sie gegeneinander. Schon jetzt waren die ersten Pferde in einem leichten Dämmerzustand, sie genossen die sanfte Behandlung sichtlich.

Weiter ging es mit der Behandlung spezieller Problemfelder, wie beispielsweise den Hals, die Schulter und die Vorderbeine. Als es um das Training für die Bauchmuskeln ging, erwachten die Pferde langsam wieder. Durch sanften Druck unter dem Bauch sollten die Vierbeiner ermuntert werden, den Rücken etwas aufzuwölben und die Bauchmuskeln anzuspannen. Das gefiel nicht allen. „Das ist wie bei uns Menschen, den einen fallen diese Übungen leicht, für andere ist Bauchmuskeltraining einfach nur nervig. Wichtig ist, dass ihr es nicht übertreibt und euch eventuell auch schon mit kleinen Bewegungen zufrieden gebt“, mahnte die Expertin.

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