Reise nach Marokko

Zig Mähdrescher an der B236: Darauf warten die riesigen Maschinen

Mähdrescher an der B236:  Ahmed Zahoual (links) hat für sie einen Stellplatz bei Helge Lobbe gefunden.
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Mähdrescher an der B236 in Nachrodt-Wiblingwerde: Händler Ahmed Zahoual (links) hat für sie einen Stellplatz bei Helge Lobbe gefunden.

Zig riesige Mähdrescher stehen an der B236 in Nachrodt-Wiblingwerde. Sie warten auf eine weite Reise - bis nach Marokko.

Nachrodt-Wiblingwerde – Sie stehen in Reih und Glied an der B236 am Ortseingang von Nachrodt-Wiblingwerde – und fast jeder fragt sich verwundert: Was machen dort so viele Mähdrescher? „Ich kaufe sie in Hamburg, in Bremen, überall in Deutschland, aber auch in Europa“, erzählt Ahmed Zahoual über die Fahrzeuge der Marke Fahr.

GemeindeNachrodt-Wiblingwerde
Fläche 29,01 km²
Bevölkerung 6546 (2019)

„Sie gehen nach Marokko.“ Dort lieben die Bauern diese Marke, sagt der gebürtige Marokkaner, der vor 13 Jahren nach Deutschland kam. Die Mähdrescher werden mit Lastwagen von Deutschland über Belgien, Frankreich nach Spanien und von dort mit dem Schiff nach Marokko gebracht. 3166 Kilometer gilt es zu bewältigen.

Von Nachrodt-Wiblingwerde nach Marokko: Händler mit Mähdreschern seit Kindesbeinen vertraut

Ahmed Zahoual wohnt in Hemer und ist Händler. Bei Helge Lobbe in Nachrodt fand er einen Stellplatz an der B236 für seine großen Maschinen, die aber aus seiner Sicht gar nicht so groß sind. Da gebe es ganz andere Kaliber. Mit Mähdreschern kennt er sich seit Kindesbeinen aus: „Mein Opa und mein Papa haben damit schon früher gehandelt. Und sie hatten auch Landwirtschaft“.

Die Firma Fahr sei in Marokko sehr beliebt – „made in Germany eben.“ Die Maschinenfabrik Fahr war ein Hersteller von landwirtschaftlichen Maschinen mit Sitz in Gottmadingen in Baden-Württemberg. 1951 präsentierte Fahr den ersten deutschen Selbstfahrmähdrescher. Ein Jahr später begann die Serienfertigung.

Von Nachrodt-Wiblingwerde nach Marokko: Ein Mähdrescher kostet 1500 bis 8000 Euro

1968 erwarb die Firma Deutz die Mehrheit der Fahr-Aktien. Die Mähdrescher, die exportiert werden, sind zwischen Baujahr 1970 und 1980. „Und sie halten noch mal 20 Jahre“, ist sich der Händler, der den Stellplatz in Nachrodt unterhält - sicher. Ein Problem mit Ersatzteilen gebe es nicht – die bekomme man auch in Marokko.

Kosten: zwischen 1500 und etwa 8000 Euro. Ahmed Zahoual repariert die Mähdrescher nicht, kauft sie nur im guten Zustand. Dass sie in Deutschland ausrangiert werden, liege oftmals daran, dass sie keine Kabine und meist keine Häcksler hätten.

Von Nachrodt-Wiblingwerde nach Marokko: Händler darf über die Grenzen pendeln

Das Mähdrescher-Geschäft in Marokko laufe, „aber nur zum Leben“, erzählt der 41-Jährige. Reichtümer könne man damit nicht verdienen. Und wenn die Situation mit Corona bleibe, müsse er sich eine andere Arbeit suchen. Die Käufer, die sonst nach Deutschland kommen würden, um sich die Erntemaschinen anzusehen, könnten nicht mehr einreisen.

Ahmed Zahoual selbst darf über die Grenzen pendeln – er hat beide Staatsbürgerschaften. Und er hat mittlerweile auch eigene Lkw für den Transport. Zwei Mähdrescher passen auf einen Wagen. Der Transport dauert mehrere Tage. Jedes Land, so erzählt Ahmed Zahoual, habe Lieblings-Fahrzeuge. „Die Polen beispielsweise bevorzugen die Firma Claas.“

Nicht nur Mähdrescher - auch andere Maschinen können faszinierend sein:

Vom größten Feuerwehrauto über tonnenschwere Muldenkipper bis zum längsten Lastwagen - bei kolossalen Maschinen sind scheinbar keine Grenzen gesetzt - wie das Video zeigt:

Mähdrescher und Landwirtschaft - viele Geschichten

Ein Bild das im Internet alle verrückt gemacht hat: Was ist denn nun darauf zu sehen? Ein Mähdrescher? Ein Festival? Mähdrescher sorgen allerdings auch immer mal wieder für negative Schlagzeilen, denn hin und wieder geht einer in Flammen auf - so auch im Münsterland. Dort kam es besonders in trockenen Sommern immer wieder zu Bränden. Auch hier geht es um Landwirtschaft - zumindest auch: Bei „Bauer sucht Frau“ (RTL) sucht Landwirtin Denise Munding aus dem Kreis Höxter (NRW) nach ihrem Traummann. Ob Bademeister Till wohl ihr Herz erobern kann? Oder doch eher Zeitsoldat Sascha?

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