Abriss hat begonnen

Letzte Bewirtung vom Kulturschock an der Lenneterrasse: Fröhlichkeit trifft Endzeitstimmung

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In Schutzanzügen musste im Anbau gearbeitet werden.

Endzeitstimmung traf auf Fröhlichkeit am Mittwoch, als der Kulturschock seine letzte Bewirtung anbot. Trotz Dauerregens ließen sich die Nachrodter diesen besonderen Tag nicht entgehen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Vorne, an der Lenneterrasse, wurden die letzten Würstchen gegrillt. Hinten schufteten die Männer in Schutzanzügen, rissen auch mit schwerem Gerät den Rastatt-Anbau ein. Staub und Schimmel allerorts. Die Firma Sigi Müller ist mit dem Abbruch beauftragt.

Endzeitstimmung traf auf Fröhlichkeit am Mittwoch, als der Kulturschock seine letzte Bewirtung anbot. Trotz Dauerregens ließen sich die Nachrodter diesen besonderen Tag nicht entgehen. Immer mehr Gäste kamen, feierten mit den Kulturschock-Helfern und sinnierten über die letzten Tage der Rastatt.

Die Gastgeber: Ronny Sachse, Gisela Gundermann, Thorsten und Reinhard Kühn, Norbert Grebe und Bernd Greif (v.l.)

„Schade, dass sie so weit ‘runtergekommen ist, dass man da nichts mehr machen konnte“, meinte Dietmar Lamberti und ergänzte: „Wir würden uns freuen, wenn der Kulturschock trotzdem in einem anderen Rahmen weitermachen könnte.“ Fünf Jahre gab es mittwochs eine Bewirtung an der Lenneterrasse. Besonders nach der Schließung der Traditionsgaststätte am 31. Mai 2018 entpuppte sich das Angebot als Highlight der Woche.

„Ich habe mir immer den Mittwoch freigehalten“, so Doris Korthaus und Hannelore Dicks kam immer eigens aus Iserlohn, um sich an der Lenneterrasse mit Freunden zu treffen. Die Kulturschocker nutzten die kleine Garage der Rastatt. Am Samstag wird sie nun ausgeräumt.

Trotz Wehmütigkeit gab es von allen auch ein Lächeln.

„Das wird ein trauriger Tag“, meinte Ronny Sachse, Vorsitzender des Kulturschocks. Die Bierzeltgarnitur und der Kühlschrank können erst einmal im Keller der Bücherei gelagert werden. „Jetzt ist es vorbei. In vier Wochen gibt es hier nur noch eine staubige Fläche“, so Ronny Sachse wehmütig. Er zieht ein sehr positives Fazit für die vergangenen Jahre: „Das Angebot musste sich erst herumsprechen, aber wir konnten uns nie beklagen.“

In diesem Jahr stellte der Kulturschock ein umfangreiches Hygienekonzept auf die Beine. „Wir waren froh, dass wir das machen konnten. Niemand hat sich über etwas beschwert, wir hatten auch kein Mickey Mouse und keinen Käpt’n Blaubär auf den Listen.“

Mit Wein und Bier stießen die Stammgäste auf den letzten Tag an.


Dadurch, dass andere Veranstaltungen wie das Extrabreit-Konzert abgesagt werden mussten, waren die Bewirtungs-Einnahmen für den Kulturschock besonders wichtig. „Wir müssen auch Miete und Versicherung bezahlen. Ohne die Lenneterrasse hätte es traurig ausgesehen.“ Die Mitglieder des Kulturschocks haben sich immer „ein Bein ‘rausgerissen“, lobt Ronny Sachse seine Mitstreiter.

Ilse Alexius, Reinhard und Thorsten Kühn, Bernd Greif, Birgit Hirt, Norbert Grebe, Gisela Gundermann, Heinz Even, Heidi Bellmann und andere Kulturschocker versorgten die Gäste mit viel Freundlichkeit und viel Herzblut für die Aktion. Am Mittwoch gingen die letzten Gäste nach 20 Uhr. Einige hatten Tränen in den Augen. Ronny Sachse: „Es war wirklich ein schöner Abschluss. Das hatte ich so nicht erwartet.“

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