Literatur-Empfehlungen für die Advents- und Winterzeit

Sabine Murza stellte im Lesecafé unter anderem „Der Koch“ vor. Martin Suters erzählt in diesem Roman von einem asiatischen Wunderkoch, der mit mit Zutaten aus seiner Heimat die Menschen scharf aufeinander macht. Foto: Hornemann

Nachrodt-Wiblingwerde - Humorvolle und ernste Töne klangen am Dienstag im Lesecafé der Gemeindebücherei an. Martina Humme, Sabine Murza und Büchereileiterin Gabriele Beil stellten packende Literatur für die Advents-und Winterzeit vor. Der gute Geschmack der drei Literaturfreundinnen kommt an: Mit zwölf Teilnehmerinnen erfuhr die Veranstaltung eine gute Resonanz.

Neue Bestseller wie Hape Kerkelings Biografie „Der Junge muss an die frische Luft“ haben schon ihren festen Platz auf den Weihnachtswunschzetteln, wie am Dienstag in der Bücherei anklang. Martina Humme nahm bei ihrer Buchvorstellung nicht zu viel vorweg und wählte ein Kapitel, in dem Kerkeling den letzten intimen Auftritt seiner Kunstfigur Horst Schlämmer vor einem krebskranken Mädchen schildert. Das kurze Kapitel reichte aus, um zu zeigen, dass die Biografie gleichermaßen emotional bewegend, wie auch sehr humorvoll geraten ist.

Zum Schmunzeln brachte auch Gabriele Beil die Zuhörerinnen, als sie aus „Ein Mann namens Ove“ von Fredrik Backman vorlas. Ove ist kein Typ, neben dem man gern wohnt. Er patrouilliert täglich durchs Wohnviertel und sorgt auf seine eigene, verschrobene Art für Recht und Ordnung. Sein Leben wird mächtig auf den Kopf gestellt wird, als neue Nachbarn einziehen, die ihn aus seinen Gewohnheiten zerren. „Muss man sich merken”, befand der Zuhörerkreis, der sich auch von Beils Auswahlroman „Das Licht zwischen den Meeren“ von M. L. Stedman faszinieren ließ: Der Roman beschreibt das einsame Leben eines Paares in Australien, das unter seinem unerfüllten Kinderwunsch leidet – bis eines Tages ein Boot an der Küste strandet, auf dem die Protagonisten ein lebendes Baby samt einem toten Mann finden. Das plötzliche Glück wird von einem schweren Schuldgefühl überschattet – eine starke Vorlage für den weiteren Handlungsverlauf.

Sabine Murza hatte das Literaturcafé mit drei grundverschiedenen Büchern vorbereitet: „Lichtschacht“ aus der Feder von Anne Goldmann erinnerte nicht nur die Kritiker an Alfred Hitchcock. Bei einem Housesitter-Job in Wien beobachtet die Protagonistin drei Menschen bei einem vermeintlich lustigen Saufgelage auf einem Dach. Nur zwei kehren unversehrt wieder zurück…

Martin Suters „Der Koch“ erzählt die Geschichte eines illegal in Zürich gestrandeten Kochs aus Sri Lanka, der mit seiner Kollegin Andrea aus dem Niedriglohnsektor entfliehen will und einen Catering-Service der besonderen Art gründet: Die aphrodisierende Wirkung seiner ayurvedischen Küche wird schnell zum Geheimtipp in besonderen Kreisen – ein feiner Stoff für ein sinnliches Leseerlebnis, wie Sabine Murza befand.

Beim Lesen des dritten von ihr vorgestellten Buchs hatte Murza sich unweigerlich mit dem eigenen Leben beschäftigen müssen: Das von der ausgebildeten Sterbebegleiterin Christiane zu Salm verfasste Sachbuch „Dieser Mensch war ich“ entstand aus Interviews mit Sterbenden, die so aktiv an ihrem eigenen Nachruf mitwirken konnten. Keine leichte, keine mal eben nebenbei gelesene Kost – aber sehr bewegend.

Alle im Literaturcafé vorgestellten Bücher können in der Gemeindebücherei an der Hagener Straße ausgeliehen werden. - Ina Hornemann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare