Literarische Vielfalt bei Kaffee, Tee und Gebäck

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Martina Humme, Gabriele Beil und Sabine Murza (von links) lasen am Dienstagnachmittag im Lese-Café bei Kaffee, Tee und Gebäck aus ihren aktuellen Lieblingsbüchern vor.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Ihre aktuellen literarischen Favoriten haben am Dienstagnachmittag drei Frauen im Rahmen eines Lese-Cafés in der Gemeindebücherei vorgestellt. Gabriele Beil, Sabine Murza und Martina Humme lasen Passagen aus ganz unterschiedlichen Büchern vor.

Büchereileiterin Gabriele Beil, bekennender Fans skandinavischer Autoren, hatte Anne B. Ragdes Roman „Ich werde dich so glücklich machen“ mitgebracht. „Das ist nichts Spektakuläres, aber ein Zeitdokument der 60er jahre“, sagte Beil über das Buch einer der beliebtesten und erfolgreichsten Autorinnen Norwegens. Geschildert wird das Leben in einem Mehrfamilienhaus am Rande Trondheims, in dem die Menschen ihre Zeit vor allem damit zu verbringen scheinen, zu beobachten, was die Nachbarn treiben.

Waren es in diesem Buch um einen ausgeprägten Putzfimmel und zu laute Musik ging, waren die Bücher von Sebastian Fitzek, die Sabine Murza vorstellte, von ganz anderem Kaliber. Der junge Berliner Autor beschreibt in seinen Thrillern detailliert Psychopathen und ihre grausigen Morde. „Er erzählt lebendig, manchmal sehr ausladend, aber nie langweilig“, fasste Murza zusammen, was für sie die Kriminalromane Fitzeks ausmacht. Sie las einige Passagen aus „Der Augensammler“ vor, und schon nach wenigen Minuten war klar, dass es sich hier um einen nerven-zerreißend spannenden Psychothriller handelte, der sich sicherlich nicht jedermann als Bettlektüre eignet. Erzählt wird die Geschichte eines Serienkillers, der Familien zerstört, indem er Mütter tötet, Kinder entführt und den Vätern 45 Stunden Zeit lässt, sie wiederzufinden. Als sei das nicht absonderlich genug, fehlt allen Leichen das linke Auge.

Ähnlich gelagert ist der Thriller „Der Augenjäger“, ebenfalls von Sebastian Fitzek. „Es handelt sich hier aber um eine in sich abgeschlossene Geschichte“, wusste Sabine Murza, die beide Bücher gelesen hat.

Erstmals als Vorleserin im Lese-Café dabei war Martina Humme. „Ich habe spontan zugesagt“, berichtete sie, wie sie auf Anregung von Gabriele Beil dazugestoßen war. Sie hatte zwei Bücher mitgebracht: „Tödliche Spiele“ aus „Tribute-von-Panem“-Reihe von Suzanne Collins und „Der Gedankenleser“ von Jürgen Domian. „Das ist ein Jugendbuch, das aber auch Erwachsene gut lesen können“, bewertete Humme Collins' ersten Band der fiktionalen Romantrilogie über die diktatorische Nation Panem. Ganz anders dagegen Hummes zweites Auswahlbuch: Der zweite Roman des Hörfunk- und Fernsehratgebers Jürgen Domian erzählt in klarer und treibender Sprache von dem Zeitungsredakteur Arne Stahl, der durch einen Blitzschlag in die Lage versetzt wird, zu „hören“, was seine Mitmenschen denken.

Alle Bücher, die am Dienstag im Lese-Café bei Kaffee, Tee und Gebäck vorgestellt wurden, kann man übrigens in der Gemeindebücherei ausleihen. Überhaupt soll die Veranstaltungsreihe Appetit auf das Lesen im Allgemeinen und auch die kommunale Bibliothek im Besonderen machen. Für Sabine Murza liegt an der Hagener Straße ein literarischer Fundus, der sich sehen lassen kann: „Hier gibt es immer die neuesten Bücher, dazu viele aktuelle Zeitschriften. Die 10 Euro Jahresgebühr, die dafür seit Januar erhoben werden, sind ganz bestimmt nicht überzogen“, meinte sie gestern Nachmittag und erntete zustimmendes Nicken. ▪ Volker Griese

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