Planungsbüros entwickeln Idee für Lennepromenade in Nachrodt-Wiblingwerde

Lenne mit allen Sinnen erleben

Der örtliche Angelverein verfolgt die Pläne mit großem Interesse. Foto: Hornemann

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Zwei Tage haben sich drei Planungsbüros aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet Zeit genommen, um Ideen für die Neugestaltung der Lennepromenade in Nachrodt zu entwickeln.

Es gibt Visionen von einer Perlenkette, die im glitzernden Wasser der Lenne schimmert und den Fuß des Felsmassivs „Klaras Höhe” schmückt. An der Rundung, die von der Höhe aus klar erkennbar ist, könnten sich Bootsanlegestellen, Stege und Terrassen einfädeln und die Lenne als touristische Attraktion und Naherholungsgebiet in die Gemeinde integrieren. Drei Landschaftsarchitekturbüros stellten ihre Ideen zur Lenneschiene in Nachrodt am Freitag in der Rastatt vor.

Die Planer der Firmen wbp (Bochum), Greenbox (Köln) und (F) Landschaftsarchitektur (Bonn) haben sich im Umfeld zwischen Rastatt und evangelischer Kirche umgesehen, denn womöglich muss auch ein Designbogen gespannt werden, der die neue Verkehrsbrücke einbezieht. Hauptaugenmerk legen die jungen Architekten im Moment jedoch auf den Bereich Rastatt. Hier sollte man die Lenne nach Möglichkeit mit allen Sinnen wieder genießen können. Drei Entwürfe stellten die Planer am Freitagabend in der Rastatt vor und in einem Punkt sind sich die Büros im Wettbewerb einig: Es muss viel frei geschlagen werden im Bereich Rastatt, damit der Fluss überhaupt wieder ins optische Bewusstsein rückt. Es braucht Orte, an denen die Menschen ihre Füße im Wasser kühlen können und auch der Weg zu einer kühlenden Erfrischung für die Kehle darf nicht weit sein. Hier kommt die Rastatt ins Spiel: Sie könnte ihren Biergarten komplett in Richtung Lenne verlegen, wenn das Ufer erst einmal frei ist und dort kleine Naherholungsinseln geschaffen sind. Auch vor einem Umbau der Gaststätte in Gemeindehand schreckt ein Entwurf nicht zurück: Die Rastatt könnte Fahrradhotel mit Reparaturwerkstatt und Verleihstation werden. Denn schließlich birgt die Lenneschiene auch eine Lenneroute, die vom nichtmotorisierten Zweiradverkehr genutzt wird.

An Spielflächen für Kinder ist auch gedacht: Im Umfeld zwischen katholischer und evangelischer Kirche könnten Fußball- und Hockeyfelder oder auch ein überdachtes Streetballfeld entstehen. Es gibt Modulbauten, die Plattformen oder Baumhäuser in einheitlichem Design anbieten mit der Option zum Austausch einzelner Elemente. Der örtliche Angelverein machte am Freitag bei der Vorstellung der Entwürfe auch einen Einwurf: „Unterschätzt die Lenne nicht!” richtete Hans-Willi Bielemeier das Wort an die Planer. Die hatten den Fluss während ihres kurzen Aufenthalts in Nachrodt bei flachem Wasser und glitzerndem Sonnenschein erlebt. Stufen und Kies, die einen Zugang zum Ufer ermöglichen könnten, wären bei falscher Materialwahl schnell weggeschwemmt, wenn das Hochwasser kommt. Bauten müssten massiv an Ufer und Flussbett verankert sein um den Lennepark lange zu erhalten.

Die Meinung des Bürgers ist ausdrücklich erwünscht im Prozess der Planung. Die drei Planungsbüros haben noch drei Wochen Zeit, um ihre Skizzen zu verfeinern. Eine Jury, die vorwiegend aus Mitgliedern des Rates und der Gemeindeverwaltung besteht und auch eine fachkundige Meinung einbezieht, wird später entscheiden, welche Idee das Rennen macht. Möglich ist der Bau eines attraktiven Naherholungsgebiets nur mit Mitteln aus der Städtebauförderung. Letztlich gibt der Rat grünes Licht zur Erteilung eines Auftrags. Ende August weiß der Bürger schon mehr darüber, was ihm am Lenneufer blühen könnte. Denn vor allem die malerische Natur ist das Pfund, mit dem die Lenne in der Kurve wuchern kann.  - Ina Hornemann

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