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Lennehalle: Schwachstellen in der Statik entdeckt

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Statikuntersuchungen in der Lennehalle: Statiker Rainer Hempel entdeckte ein paar Schwachstellen.
Statikuntersuchungen in der Lennehalle: Statiker Rainer Hempel entdeckte ein paar Schwachstellen. © Fischer-Bolz, Susanne

Fürs Bauen ist es gerade kein günstiger Zeitpunkt. Mit den einkalkulierten 3,844 Millionen Euro für den Neubau des Gerätehauses wird man nicht mehr auskommen. Also wird jetzt neu gerechnet. Und weil das Feuerwehrhaus an die Lennehalle gebaut wird, wurde dort nun die Statik überprüft. Es gibt Schwachstellen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Interessant, was hinter einer Verkleidung so zum Vorschein kommt: Stromkabel und Heizungsrohre zum Beispiel. Doch in der Lennehalle wird noch genauer hingeschaut: Die Statik wird nämlich überprüft.

„Die Halle steht seit 45 Jahren. Da haben sich beispielsweise auch Berechnungsgrundlagen geändert“, sagt Bauamtsleiter Dirk Röding. Man rechnet mit erhöhten Lastannahmen. Da an der Halle rechts die Feuerwehr und links der neue Sozialtrakt angebaut werden sollen, möchte man auf der sicheren Seite sein.

„Es besteht zwar keine Gefahr, aber man muss nachbessern“

Als Vorbeibereitung für die Neu- und Umbaumaßnahmen wurde die tragende Konstruktion in der Lennehalle freigelegt. Das Spezielle beim Gebiet der Statik ist, dass die Kräfte bei der Statik im Gleichgewicht zueinander stehen. Das bedeutet, dass die Summe aller Kräfte und Momente immer gleich Null ist.

Und tatsächlich entdeckte Statiker Rainer Hempel ein paar Schwachstellen. „Es besteht zwar keine Gefahr, aber man muss nachbessern“, sagt Dirk Röding. Ein sogenannter K-Verband wird die Konstruktion nun stabilisieren. Für etwa zwei Wochen ist die Lennehalle deshalb noch gesperrt.

Warten auf die Baugenehmigung

Und sonst? Die Heizungsanlage soll im neuen Sozialtrakt untergebracht werden. Zudem gibt es Überlegungen, ob es zukünftig eine Fußbodenheizung in der Lennehalle geben wird. Für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses wartet die Gemeinde noch auf die Baugenehmigung des Kreises. „Wir sind dabei, die Kostenschätzungen zu überarbeiten“, sagt Dirk Röding.

Diese werden dann auch der Politik vorgestellt. Denn natürlich gilt der bange Blick den Kosten, die allerorts explodiert sind.

Seriöse Kalkulation kaum noch möglich

Der Neubau, so hieß es noch Anfang des Jahres, wird 3,844 Millionen Euro verschlingen. Es gibt eine Förderung in Höhe von 250000 Euro. Doch fürs Bauen ist es gerade kein günstiger Zeitpunkt. Schon die Coronakrise hatte gestörte Lieferketten zur Folge, der Krieg gegen die Ukraine und die in der Folge vom Westen verhängten Sanktionen verschärfen die Situation nun noch einmal.

„Die Preise vieler Baustoffe steigen zum Teil extrem. Die hohen Beschaffungskosten machen den Bauunternehmen schwer zu schaffen. So beklagt etwa der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB), dass Lieferengpässe und Preissprünge eine seriöse Kalkulation zunehmend unmöglich machen“, schreibt das Handelsblatt.

Vor allem bereits bestehende Bauaufträge werden zum Problem für die Bauunternehmer. Denn die Preise wurden vor der Krise vereinbart – und nun explodieren die Kosten für das Material. Viele Aufträge enden mit einem Minus.

Dirk Röding ist für eine Stoffpreisgleitklausel

Bauamtsleiter Dirk Röding findet, dass man den schwarzen Peter den Unternehmern nicht zumuten kann, und spricht sich deshalb für eine sogenannte Stoffpreisgleitklausel aus.

Die Stoffpreisgleitklausel ist eine Preisgleitklausel, die eine Erstattung von Materialmehr – oder Minderkosten aufgrund von Materialpreisänderungen vorsieht, die im Angebotspreis nicht berücksichtigt sind und die zum Zeitpunkt der Angebotsabgabe auch noch nicht bekannt waren.

Auch Straßenbau wird teurer

Horrende Preissteigerungen sind auch beim Straßenbau angekommen. „Da könnte es auch spannend werden“, sagt Dirk Röding. Denn Asphalt besteht aus Bitumen – ein Bindemittel, das die Gesteinskörner in der Straßendecke zusammenhält. Und Bitumen entsteht als klebrige Masse aus Erdöl. Rund 30 Prozent der hiesigen Bitumenversorgung erfolgt in Abhängigkeit von Russland, mit entsprechenden Auswirkungen auf den deutschen Straßenbau.

Mit anderen Worten: Für die eingeplanten 290.000 Euro im Straßenbauprogramm können wahrscheinlich wesentlich weniger Maßnahmen durchgeführt werden als man sich in der Gemeinde wünscht. Welche Straßen dennoch dringend in Angriff genommen werden müssen, werden die Kommunalpolitiker bei einer Straßenbereisung entscheiden.

Der Termin dafür soll während der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses am Montag, 25. April, ab 17 Uhr in der Sekundarschule besprochen werden.

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