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Lennehalle muss abgerissen werden

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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In den 1970er Jahren wurde die Lennehalle erbaut.
In den 1970er Jahren wurde die Lennehalle erbaut. © Fischer-Bolz, Susanne

Die Liste der tragischen Themen in Nachrodt hat einen neuen Spitzenreiter: die Lennehalle. Sie muss abgerissen werden. Es ist ein riesengroßes Drama, „anders kann man es wohl nicht bezeichnen“, sagt Gerd Schröder, Fraktionsvorsitzender der SPD.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Fakten sind ernüchternd. „Ich kann es nicht ändern. Leider ist es nicht mit drei Stützen getan“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat. Tatsächlich, so haben mehrere Gutachter herausgefunden, gibt es eine Überlastung des statischen Systems. Eine Sanierung der in den 1970er-Jahren erbauten Halle würde, so die Berechnung, zwischen 6,4 und 6,7 Millionen Euro kosten. Es ist unwahrscheinlich, dass sich die Kommunalpolitiker, die darüber im Sportausschuss (24. Oktober), im Bauausschuss (25. Oktober) und im Rat (7. November) beraten, für eine Instandsetzung entscheiden. Vielmehr werden sie sich eher für eine Alternative aussprechen, denn auf eine Halle am Holensiepen möchte niemand wirklich ganz verzichten. Dafür gibt es zwei Ideen: einen Neubau in „alter“ Größe, der etwa 5,4 Millionen Euro kosten würde; und einen kleineren Neubau (etwa vier Millionen Euro).

„Auf Fachleute verlassen“

„Der Preisunterschied von 1,4 Millionen ist natürlich markant. Wir müssen besprechen, was diese Summe genau beinhaltet. Denn grundsätzlich möchten wir, dass es zukünftig das gleiche Angebot wie in der Lennehalle gibt“, sagt Jens-Philipp Olschewski, Fraktionsvorsitzender der CDU. Um alle Fragen zu klären, haben CDU und UWG die Verwaltung als auch die Bauexperten in ihre Fraktionssitzungen eingeladen, die in dieser Woche stattfinden. „Als Politiker muss man sich auf die Verwaltung als auch auf die Fachleute verlassen können und auf ihr Urteil vertrauen. Es ist auch eine Haftungsfrage. Aber wir müssen den Sportlern etwas bieten können. Es geht nicht, dass noch mehr Infrastruktur baden geht, noch weniger Angebot da ist. Wir wollen auf keinen Fall einen Rückschritt“, sagt Jens-Philipp Olschewski.

Kommt man vielleicht mit einer kleineren Halle aus?
Kommt man vielleicht mit einer kleineren Halle aus? © Fischer-Bolz, Susanne

Dass auch in einer kleineren Halle mit etwa 1000 Quadratmetern alle Sportarten ausgeübt werden können, verspricht Bürgermeisterin Birgit Tupat, die es auch so empfindet, dass ein Abriss der Lennehalle ein extremer Einschnitt für die Gemeinde bedeuten wird. „Die Sportarten werden in einer neuen Halle alle berücksichtigt. Doch dann kommt es auch darauf an, welche Veranstaltungen man dort machen möchte. Braucht man wirklich eine Halle für 800 Personen? Da muss man vielleicht auch reduzierter denken“, findet die Bürgermeisterin.

Standortwechsel: Feuerwehr dort, wo Lennehalle jetzt steht

Übrigens: Angedacht ist ein Ortswechsel. Bei einem Abriss und Neubau der Lennehalle besteht die Möglichkeit, die Feuerwehr zunächst in ihren Räumlichkeiten zu belassen und an der Stelle der jetzigen Lennehalle den Feuerwehrneubau zu errichten. „Eine aufwendige Übergangslösung für die Feuerwehr entfällt durch diesen Standorttausch. Nach dem Umzug der Feuerwehr in das neue Gerätehaus wird der Altbau abgerissen und an dessen Stelle ein neuer Hallenbau errichtet“, so der Vorschlag der Verwaltung.

„Gesunder Menschenverstand“

Zunächst Neubau der Feuerwehr, dann Neubau einer kleineren Lennehalle. Das wird dauern. Einige Jahre sicher. Petra Triches, Fraktionssprecherin der UWG, glaubt nicht, dass die Sportler deshalb in Scharen weglaufen und den Vereinen den Rücken kehren werden. „Das glaube ich nicht. Wir haben noch die Turnhalle am Holensiepen und die Halle in Wiblingwerde. Dort gibt es noch freie Zeiten. Wenn man sich abspricht, geht das sicher. Wir müssen die alte Lennehalle ohnehin im Winter sperren“, sagt Petra Triches und erinnert daran, dass die GPA, die Gemeindeprüfungsanstalt, damals Nachrodt-Wiblingwerde zu viele Sportstätten bescheinigte und eine Schließung empfohlen hatte. „Aber wir werden neu aufbauen. Das ist klar“, sagt Petra Triches. Auch für Gerd Schröder (SPD) steht dies außer Frage: „Wir sind alles Laien und es ist in der Demokratie so gewollt, das der gesunde Menschenverstand entscheiden soll. Wenn es um so weitgehende Entscheidungen geht, müssen wir uns auf die Experten verlassen. Man kann natürlich zehn Meinungen einholen, aber entscheiden müssen wir trotz alledem. Und niemand möchte, dass Gebäude einstürzen.“

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