Bei Stau auf der A45 geht in Nachrodt nichts mehr

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Stanislaw Nowak von der Gesellschaft für Verkehrstechnik, Kai Flitsch und Eberhard Zimmerschied von Straßen.NRW, Bauamtsleiter Dirk Röding und Dirk Kersenbrock vom Kreis (v.l.) an der Lennebrücke.

Nachrodt-Wiblingwerde -  Es gibt Tage, die sind eine einzige Katastrophe. Für Autofahrer. Wie am Montag. Nach einem Unfall auf der A45 ging in Nachrodt nichts mehr. Klaus-Dieter Jacobsen kam zu spät zur Sitzung des Rechnungsprüfungsausschusses, weil er fast eine Stunde von Lüdenscheid zur Rastatt unterwegs gewesen war. „Da muss man früher losfahren“, so der Kommentar von Ulrich Gülicher. Wie früh denn? Fakt ist: Die Stimmung kippt das eine oder andere Mal aufgrund der Ampel an der maroden Lennebrücke. Ein Grund, warum Eberhard Zimmerschied, Abteilungsleiter Betrieb und Verkehr Straßen.NRW, wieder vor Ort war.

 Auf Google Maps hatte er das Dilemma gesehen. Tatsächlich sind dort in „Dunkelrot“ über den Button „Verkehrslage“ sämtliche Staus zu sehen. „Wir konnten dann richtig schön sehen, wie sich der Stau von Altena entwickelt hat.“ Wobei Zimmerschied genau weiß, dass die Lage alles andere als schön ist. Er bekommt auch die sogenannten „Emma-Meldungen“, ein spezielles Notfallprogramm für Unfalllagen, die für Behörden und Ministerien abgesetzt werden. „Es ist eine Abwägung, ob man die Grünzeit noch einmal verändert.“

Aktuell gilt: Es gibt für beide Richtungen 15 Sekunden Grünzeit, die jedes Fahrzeug erweitern kann – bis zu 80 Sekunden Richtung Letmathe, bis zu 60 Sekunden Richtung Altena. Damit die Ampel nicht sofort umschlägt, wenn der Nachfolger nicht rechtzeitig losfährt, sind sieben Sekunden „Lückenfahrt“ eingeschaltet. „Wenn wir die Grünzeit-Aufdehnung noch mehr verlängern, muss der Fußgänger noch länger warten“, so Eberhard Zimmerschied. Und da es sich um einen Schulweg handelt, sollte die Sicherheit dringend im Vordergrund stehen. Bereits jetzt steht sich der Fußgänger zweieinhalb Minuten die Füße in den Bauch. Irgendwann seien es die Kinder leid zu warten und würden einfach über die Straße laufen.

Der Märkische Kreis als Verkehrsbehörde, vertreten von Dirk Kersenbrock, Kai Flitsch von Straßen NRW, Stanislaw Nowak von der Gesellschaft für Verkehrstechnik, die die Ampel betreibt, und Bauamtsleiter Dirk Röding waren sich vor Ort einig, die Schaltung aktuell so zu lassen wie sie ist. Denn im Normalfall laufe es mit der Ampelregelung so schlecht nicht. „Sollte sich wider Erwarten öfter ein großer Rückstau ereignen, würden wir noch mal zusammen kommen“, sagt Eberhard Zimmerschied, der gern immer den Konsens mit allen Verantwortlichen sucht.

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Den Hut hat grundsätzlich aber die Verkehrsbehörde auf. „Ich bin mit der Lösung aktuell zufrieden. So ein Ereignis an der A45 ist nicht Standard. Deshalb sollte die Regelung so bleiben“, meint auch Dirk Kersenbrock. Übrigens: Aktuell wird die Planung für die neue Brücke vorangetrieben, „auch vor dem Hintergrund, möglicherweise auf ein Planfestellungsverfahren verzichten zu können. „Wir brauchen die Genehmigung vom Landes- und vom Bundesverkehrsministerium, erst dann beginnen die Grundstücksverhandlungen.

Es ist nicht so, dass alle gepennt haben“, wehrt sich Eberhard Zimmerschied gegen Vorwürfe, der Bau sei seit viele Jahren „verschlampt“ worden. Fakt sei auch, dass es keine Möglichkeit gebe, die alte Brücke zu sanieren. „Wir sprechen nach den neuen DIN-Vorschriften von einem Lastniveau von LM1, sodass auch Schwerlastverkehr ohne Begrenzung über die Brücke fahren darf. Bei der über 100 Jahre alte Lennebrücke kann man das Lastniveau gar nicht mehr nachrechnen. Selbst wenn man versuchen würde, die alte Brücke zu stabilisieren, würde man eine sehr lange Vollsperrung, Minimum ein Jahr, benötigen. Das können wir den Menschen im Lennetal nicht antun.“ Übrigens: Die Konzentrierung des Verkehrs auf die Mitte der Brücke wurde deshalb eingerichtet, weil die Lennebrücke im Randbereich die Belastungen des Verkehrs nicht mehr aushält.

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