Straßen.NRW: Nicht-Einhaltung der Warn-Beschilderung hat Brückenzustand verschlechtert

Lennebrücke am 1. April gesperrt

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Blick auf die Lennebrücke. Einst wurde das Bauwerk als Gewölbebrücke angelegt.

Nachrodt-Wiblingwerde - Die marode Lennebrücke an der B 236 bleibt eines der beherrschenden Themen in Nachrodt. Jetzt weist Straßen.NRW, in dessen Obhut das Bauwerk steht, Lkw-Fahrern maßgeblich die Schuld zu, dass sich der Zustand der Brücke in den vergangenen Jahren drastisch verschlechtert hat. Zum Erhalt selbst hatte die Behörde so gut wie gar nichts beigetragen.

Noch bevor Anfang April mit der Sanierung der Serpentinen in Nachrodt-Wiblingwerde begonnen wird, hat die stark frequentierte Brücke über die Lenne der B 236 eine neue Decke. Provisorisch soll der Belag geflickt werden, damit möglichst wenig Wasser in das Bauwerk eindringen kann. Deshalb wird die Brücke am Samstag, 1. April, für den Verkehr gesperrt.

Bürgermeisterin erneuert Kritik

Bürgermeisterin Birgit Tupat kritisierte noch einmal, dass die Pläne von Straßen.NRW, die Brücke in der Befahrbarkeit herunter zu stufen, „keine Option“ sei. „Auch die ins Gespräch gebrachte Lichtzeichen-Regelung, man denke nur an den Verkehr aus der Ehrenmalstraße, ist für mich keine wirkliche Lösung“, sagte sie. Dass vermutlich noch fünf bis sieben Jahre ins Land gehen, bevor überhaupt eine tragfähige Sanierung erfolgen könne, hält Tupat „für völlig indiskutabel.“ Eine neue Brücke über die beschädigte zu legen, falle ebenfalls weg. Tupat: „Das geht wegen der Hauseingänge nicht. Ich erkenne in diesen Tagen überall nur Hektik. Dabei war die Situation seit vielen Jahren mehr als bekannt.“

Matthias Lohmann (SPD): Petition nötig

SPD-Ratsherr Matthias Lohmann konstatierte kürzlich in einer Sitzung des Plan- und Bauausschusses, „dass die neue Brücke bereits 2013 fertig sein sollte“. Besorgt erinnerte an die mehr „als 150 Weltmarktführer in unserem Raum, die jetzt unter diesem Dilemma leiden.“ Er brachte eine Petition an den Wirtschaftsminister ins Gespräch. Südwestfalen, die viert stärkste Wirtschaftsregion in NRW, werde sträflich vernachlässigt.

Lkw-Fahrer ignorierten häufig, dass sie sich nicht auf der Brücke begegnen durften.

Er hoffe, dass keine Firma sich angesichts dieser Politik mit Anwanderungsgedanken herumtrage. Auch Michael Schlieck (CDU) schlug in diese Kerbe. Allein die Nachbarstadt Altena sei ein Drahtstandort erster Güte. Mehr als 20 Prozent der Weltmarktproduktion kämen von dort. Dann müsse auch die Verkehrsinfrastruktur stimmen und in Ordnung sein. Von „unglaublich“ bis „da fehlen mir die Worte“, spannten sich weiter die Diskussionsbeiträge im Ausschuss. Fakt ist jetzt, dass die Bürgermeisterin mit Straßen.NRW noch einmal das Gespräch sucht und auf Vermittlung des  SPD-Landtagsabgeordneten Michael Scheffler nach Düsseldorf reist. Dort ist ein Spitzengespräch im Verkehrsministerium angesetzt.

2018 Planfeststellung einleiten

Jetzt hat sich auch Straßen.NRW zu Wort gemeldet. „Es ist das Ziel von Straßen.NRW, die Lennebrücke an der B236 bis zum Ersatzneubau bestmöglich nutzbar zu halten. Die Planungen des Neubaus sollen schnellstmöglich abgeschlossen werden. So ist vorgesehen, Anfang 2018 die Planfeststellung einzuleiten.“ Das teilt Michael Overmeyer als Pressesprecher mit. Wie bereits berichtet, wird die Lennebrücke am 1. April mit einer neuen Asphaltdecke ausgestattet, die das Bauwerk von oben abdichten und schädliche Erschütterungen verringern wird. Die Lennebrücke ist an diesem Tag voll gesperrt. Umleitungen werden eingerichtet. Straßen.NRW richtet nach dem 1. April kurzfristig eine einstreifige Verkehrsführung auf der Lennebrücke ein.

Einstreifige Verkehrsführung

 Der Verkehr wird dann über eine Ampel gesteuert. Dies soll in erster Linie verhindern, dass sich Lkw auf der Brücke begegnen können. Straßen.NRW stellt fest: „Bereits vorhandene Beschilderungstafeln, die für den Schwerverkehr nur ein einstreifiges Befahren zulassen, sind von den Verkehrsteilnehmern nicht ausreichend beachtet worden. Da es sich bei dem Bauwerk um eine Gewölbebrücke, also einen sehr robusten Brückentyp, handelt, hätten die eingeführten Beschränkungen ausgereicht. Durch die Nicht-Einhaltung hat sich jedoch der Zustand der Brücke erheblich verschlechtert.“ Eine komplette Brückensperrung sei für Straßen.NRW „aus Gründen der Bedeutung des Bauwerks für die Region und die Wirtschaft nicht in Frage gekommen.“

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