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Frust an Bahnübergang im MK: Bis zu 15 Minuten Wartezeit

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Am Bahnübergang Einsal müssen Autofahrer und Fußgänger lange Wartezeiten in Kauf nehmen.
Am Bahnübergang Einsal müssen Autofahrer und Fußgänger lange Wartezeiten in Kauf nehmen. © Machelett, Lydia

Fußgänger sehen auf der anderen Seite ihre Busse davonfahren, Autofahrer warten 15 Minuten und länger und beobachten dann maximal zwei durchfahrende Züge. Unmut gibt es an den Bahnübergängen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Ein Dilemma kommt selten allein: Nicht nur, dass die Nachrodt-Wiblingwerder täglich im Stau auf der B 236 stehen und auch alle Ausweichstrecken im oberen Gemeindegebiet verstopft sind. So müssen sie auch noch extrem lange vor den Schranken an den Bahnübergängen ausharren.


Viele lassen ihren Frust an den Männern aus, die am Bahnübergang Einsal Dienst schieben und die Hilfsschranken bedienen. Sie werden beschimpft, angepöbelt. „Die Sicherungsposten sind wirklich arm dran. Sie stehen da, machen ihren Job und bekommen den ganzen Ärger der Leute ab“, sagt Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz. „Doch die Frage ist wirklich, ob man das nicht anders managen kann“, findet Bürgermeisterin Birgit Tupat die langen Schließzeiten auch seltsam.

Bahn: „An Abläufen nichts geändert“

Will die Bahn nach dem schweren Unfall in Einsal auf Nummer sicher gehen? Nach dem Crash zwischen dem Intercity 34 und einer 19-jährigen Autofahrerin am Abend des 21. Dezember hatte die Bahn neue Maßnahmen ergriffen, um den Bahnübergang Einsal besser abzusichern. Doch tatsächlich, so erklärt ein Bahnsprecher, ist an den betrieblichen Abläufen nichts geändert worden.

„Längere Schließzeiten können sich natürlich durch eine verdichtete Zugfolge jederzeit ergeben“, so die Auskunft der Bahn. Ein Sprecher erklärt: „Die Bahnübergänge werden derzeit noch weiterhin durch Bahnübergangsposten gesichert; inzwischen unterstützt durch eine Hilfsschranke, die von den Mitarbeitern bedient wird. An den betrieblichen Vorgaben zum Schließen nach Abmeldung der Züge beziehungsweise nach Ablauf einer Mindestfahrzeit haben wir nach dem Unfall nichts geändert.“

Noch im Januar eine Verbesserung?

Ob es irgendwelche Signalstörungen gibt, ob bereits die Nachricht zum Schließen der Schranken kommt, wenn die Züge in Altena oder Letmathe losfahren, ist eine Vermutung der genervten Autofahrer. Dafür gibt es aber keine offizielle Grundlage. Derzeit laufe, so heißt es noch bei der Bahn, die Wiederinbetriebnahme der beiden Anlagen auf Hochtouren.

„Aktuell wird noch ein Kabel gewechselt und wir gehen davon aus, die technische Sicherung noch im Januar wieder in Betrieb nehmen zu können“, so der Sprecher. Im Rahmen der Erweiterung des elektronischen Stellwerks (ESTW) Finnentrop wird es im Frühjahr noch technische Umbauten an den Bahnübergängen geben.

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