Landwirt Volker Kückelhaus wendet sich an Bezirksregierung

„Mit Klammerbeutel gepudert“

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Es geht um richtig große Masten.

Nachrodt-Wiblingwerde – In der Ratssitzung am Donnerstag werden der Pläne des Stromnetzbetreibers Amprion für eine Höchstspannungsfreileitung bei Wiblingwerde ein weiteres Mal Thema sein. Der Rat soll eine Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren abgeben.

Zum Projekt: Die neue Freileitung beginnt in Kruckel bei Dortmund und führt zum rheinland-pfälzischen Dauersberg und weiter nach Hünfelden in Hessen. Der südliche Teil ab Dauersberg bis in das Rhein-Main-Gebiet ist bereits in Betrieb.

Das nördliche Teilstück, das von Kruckel nach Dauersberg verläuft, ist in sechs Abschnitte unterteilt, die sich derzeit alle in unterschiedlichen Phasen der Planung, Genehmigung und Realisierung befinden. Das Leitungsbauprojekt von Kruckel nach Dauersberg ist insgesamt rund 126 Kilometer lang.

In einem dreiseitigen Schreiben hat sich Volker Kückelhaus vom Hallenscheid, Pferdezüchter und studierter Landwirt, mit einer Reihe von Einwendungen an die Bezirksregierung gewandt: Er kritisiert darin die „erheblichen Eingriffe in Natur und Landschaft“.

Hallenscheid werde seinen Reiz verlieren und einen Bevölkerungsschwund erleiden, Gebäude an Wert verlieren und er selbst „erheblich an Lebensqualität einbüßen.“ Kückelhaus schlägt vor, statt der massiven Masten besser auf eine Erdvelegung der Kabel zu setzen. Alternativ gebe es Systeme eines Herstellers aus Stade, die lediglich eine Trassenbreite von zwei Metern benötigen. Diese würden zwar eine Luft-Wasser-Kühlung benötigen, aber deren Abwärme könne dazu genutzt werden, Fahrbahnen eisfrei zu halten. Ideal sei daher zum Beispiel ein Verlauf entlang der A45.

 Dies sei möglicherweise nicht die kürzeste Verbindung, aber mit Blick auf ökonomische und ökologische Aspekte zumindest zu überdenken. Auf diese Alternative werde jedoch „überhaupt nicht eingegangen“, kritisiert Kückelhaus.

Zu den Schutzstreifen an den Masten bemängelt der Hallenscheider, es seien Streifen von 400 Metern Breite beiderseits der Masten nur noch eingeschränkt nutzbar. „Wer freiwillig näher an die Leitung heranbaut, müsste daher mit dem Klammerbeutel gepudert sein.“

Es bestehe im Übrigen die „einmalige Gelegenheit, die Sünden unserer Väter zu beseitigen und nicht denselben Fehler in noch krasserer Form zu wiederholen“, bekräftigt Volker Kückelhaus sein Anliegen.

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