Warten auf grünes Licht

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Drei Generationen am Tisch: Robert und Edyta Breddermann mit Tochter Bianka, Udo Breddermann. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Der Kuhstall auf dem Hof Breddermann in Brenscheid war mal was Besonderes – das war im Jahre 1962. „Da war das der erste Fertigstall Europas“, berichtet Udo Breddermann. Zur Einweihung kam ein Minister. Lange her sei das – „und jetzt ist der Stall fertig.“

Sein Sohn Robert denkt seit geraumer Zeit darüber nach, wie die Lage verbessert werden kann. Zunächst sollte ein Neubau im Westen der bestehenden Hoffläche die Lösung sein, am „Westenberg“ - das Vorhaben wurde aus baurechtlicher Sicht abgelehnt. Dann habe es die Überlegung gegeben, das bestehende Gebäude abzureißen und durch einen Neubau unter Ausweitung auf 130 Tiere zu ersetzen. Auch dieses Vorhaben ist durch Planungen und sogar ein Rückbau- und Entsorgungskonzept dokumentiert. Es ließ sich aber baurechtlich ebenfalls nicht realisieren, auch habe es im Dorf eine Unterschriftensammlung dagegen gegeben, berichteten Robert Breddermann und seine Frau Edyta. Die Familie Breddermann zog die Landwirtschaftskammer hinzu und suchte mit Hilfe der Fachleute nach einer weiteren Alternative.

Die Wahl fiel schließlich auf jene Fläche bei Waldemey, die als Standort eines Neubaus jüngst in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses diskutiert – und zurückgestellt – wurde. Eine erste Planung für diesen Bereich datiert bereits vom Mai 2012. Aber auch diese erste Fassung sei noch einmal verändert worden, berichtet Robert Breddermann – zum Beispiel um das Landschaftsbild nicht durch eine zu mächtige Böschung zu beeinträchtigen. Man habe die Anordnung der Gebäude in der überarbeiteten Fassung von März 2013 in west-östlicher Richtung in die Länge gezogen, statt sie tiefer nord-südlich gestaffelt auf der Fläche zu belassen.

Rund 10 000 Quadratmeter soll das Neubauvorhaben inklusive Wohnhaus und Nebengebäuden umfassen. 140 Tiere sollen im neuen Stall Platz haben, in späteren Jahren soll aber auch eine Erweiterung möglich sein. Dies alles sei vom Flächenverbrauch nicht bedeutend mehr als die vorhandenen 8000 Quadratmeter Hofesfläche, wo die Familie seit immerhin 180 Jahren ansässig ist. Dort aber – und deswegen sieht sich Breddermann unter Druck – kann es nicht weitergehen. Im April bekam er ein Schreiben des Kreisveterinärs, der die Tierhaltung im alten Stall wegen baulicher Mängel nur noch bis zum Jahresende gestattet. Robert Breddermann: „Es geht um unsere Existenz.“ ▪ tk

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